„Mittelmaß ist der falsche Maßstab“

Welche Kriterien geben eigentlich Aufschluss darüber, ob Community Management erfolgreich betrieben wird oder eben nicht?

Klar, eine hohe Fananzahl und viele Likes und Kommentare auf Postings wünscht sich jede Fanpage, doch macht sich daran wirklich der Erfolg einer Seite aus? Wirklich aufschlussreich und für uns #FanLovers im Community Management wichtig, sind die Größen Servicelevel und Antwortzeit. Beide Kriterien geben Infos darüber, ob eine Seite überhaupt auf Fanpostings reagiert und wenn sie das tut, wie schnell.

Anhand der Auftritte österreichischer Lebensmitteleinzelhändler will ich euch diese zwei Größen näher bringen.

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Servicelevel                                                                            

Der Servicelevel gibt in Prozent an, wie viele Wall-Fanposts, in Relation zu allen Wall-Fanposts der  Seite, vom Community Management beantwortet, geliked oder gelöscht werden. Durchschnittlich hat die österreichische Lebensmitteleinzelhändlerbranche einen Servicelevel von 97,5%. Spitzenreiter sind hier ganz klar Zielpunkt und Unimarkt mit je 100%. Beide Seiten reagieren also ausnahmslos auf jeden einzelnen Wall-Fanpost. An letzter Stelle im Serviclevel-Ranking stehen MPreis und Hofer mit einem Wert von nur je 64% und 80%. Wie Community Management richtig gemacht wird, sieht man also ganz klar an unserem Kunden Zielpunkt, der von Futura und uns betreut wird! 😉

Antwortzeit 

Vergleicht man die einzelnen Einzelhändler miteinander, dann zeigt sich, dass Zielpunkt mit einer durchschnittlichen Antwortzeit von 0,3 und Unimarkt mit 0,6 Stunden am schnellsten auf Kommentare von Fans reagieren.  Im Branchendurchschnitt warten Fans 10,1 Stunden bis sie eine Reaktion seitens des Community Managements in Form eines Kommentares, oder zumindest eines Likes erhalten. Am längsten hierfür brauchen Merkur und Penny Markt mit durchschnittlich jeweils 20 und 21 Stunden. Auch hieran erkennt man ganz gut, wie socially devoted wir SPiNNWERK Community Manager sind. 😉 Dass eine schnelle Antwortzeit für Fans wichtig ist, zeigt eine Studie von Lithium Technology. 53% aller Fans erwarten sich laut dieser eine Reaktion innerhalb einer Stunde. Handelt es sich bei dem Post um eine Beschwerde, steigt die Zahl auf 72%.

Ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung von Servicelevel und Antwortzeit ist natürlich auch die Fananzahl. Während Unimarkt nur rund 8.600 Fans aufweist, liegt Zielpunkt mit mehr als 29.000 Fans im Mittelfeld. Die meisten Fans kann Lidl mit 273.000 aufweisen. Viele Fans bedeuten natürlich auch mehr Fanposts und mehr Betreuungsaufwand, doch ein Community Management mit höchsten Qualitätsansprüchen betreut jeden Facebook-Auftritt mit 100% Servicelevel.

So muss es gemacht werden  

Erfolgreiches Community Management beschränkt sich somit nicht auf Fanakquise und Wallpostings, sondern setzt sich auch aus dem für uns großen und wichtigen Teil Servicelevel und Antwortzeit zusammen. Der Servicelevel ist nämlich wesentlich für das Wachstum einer Seite, wie Fanpagekarma in einer ihrer letzten Bestandsaufnahmen herausgefunden hat. Jene Seiten mit hohem Servicelevel kommen im Durchschnitt auf ein knappes Prozent Zuwachs – das ist doppelt so viel wie bei solchen mit einem Servicelevel von weniger als 10 Prozent.

Wer also schnell und dabei auch auf wirklich jedes Fananliegen reagiert und so viel wie möglich mit seinen Fans interagiert, betreibt Community Management auf höchstem Niveau.

Alles neu macht… Facebook

Wundern Sie sich nicht, wenn im Laufe der kommenden Wochen plötzlich alles anders wird: Facebook, das derzeit größte soziale Netzwerk mit über 750 Millionen weltweiten Nutzern, baut die Plattform in vielen Bereichen um. Auch die über 2,6 Millionen österreichischen User werden in den nächsten Tagen und Wochen mit den neuen Funktionalitäten ausgestattet (das Roll-Out wird sich wegen eines Rechtsstreits voraussichtlich verzögern, berichtet t3n.de). Anlässlich der Entwicklerkonferenz f8 präsentierte Facebook kürzlich die anstehenden Neuerungen:

Timeline: „Die Geschichte deines Lebens“

Die Profilseiten werden vollkommen neu dargestellt: Die so genannte „Timeline“ (in der deutschen Version „Chronik“ genannt) soll eine chronologische Abbildung der Online-Identität jeweiligen Nutzers darstellen, quasi ein digitales Tagebuch von der Geburt bis zum Hier & Jetzt. „Timeline ist die Geschichte deines Lebens“, so Mark Zuckerberg über den neuen Profil-Aufbau.

Facebook Timeline

Facebook Timeline, das Profil im neuen Look & Feel

Ein breitformatiges Coverbild heißt den Betrachter willkommen, darunter sind Profilfoto und die Hauptinformationen wie Beruf, Ausbildung, Wohn- und Heimatort etc. (je nach Privatsphäreeinstellungen) zu finden. Die bisher als „Reiter“ unter dem Profilfoto verlinkten Elemente wie Freunde, Fotos, Check-Ins und „Gefällt mir“-Angaben sind mit kleinen Vorschaubildern in komprimierter Form dargestellt. Am rechten Rand sind die einzelnen Jahre der Facebook-Nutzung aufgelistet, beispielsweise 2011 – 2010 – 2009 – 2008 und „Geburt“; der jeweilige Facebook Freund kann somit gezielt die Aktivitäten, Inhalte und Status Updates des jeweiligen Jahres wie in einem Album durchblättern. Der Profilinhaber kann auch zu den jeweiligen Jahren noch nachträglich Inhalte hinzufügen, sowie wichtige Beiträge größer anordnen und unwichtige Beiträge verstecken.

Für Facebook Werbung ändert sich derzeit nicht viel – die Ads werden wie auch bisher auf der rechten Seite neben den Profilen ausgeliefert. Über kurz oder lang werden allerdings auch die Unternehmensseiten optische und funktionelle Anpassungen erhalten, erste Ansichten der neuen Designs sind beispielsweise auf allfacebook.de nachzulesen.

Hauptmeldungen vs. neueste Meldungen

Der „Newsfeed“ (deutsch: „Neuigkeiten“) wird ebenfalls neu aufgebaut: Die Postings sind ab der Umstellung unterteilt in „Hauptmeldungen“ und „neueste Meldungen“, wobei die Hauptmeldungen immer an erster Stelle stehen. Erst nach einigem Scrollen können weiter unten auch die chronologisch sortierten neuesten Meldungen abgerufen werden.

Facebook Newsfeed Neu

Facebook's neuer Newsfeed

Die Reihung von Postings als „Hauptmeldung“ passiert über einen Algorithmus, den so genannten „Edge Rank“. Dieser summiert Faktoren wie Alter / Aktualität des Beitrags, die Affinität des Users zur jeweiligen Facebook-Seite (Wie oft diese aufgerufen oder mit ihr in Form von Likes und Kommentaren interagiert wird) sowie Gewichtung des Beitrags (zB ein eingebetteter Link) und kategorisiert demzufolge das Posting als für den User relevant – oder auch nicht. Um gleichzeitig zu den Hauptmeldungen auch „neueste Aktivitäten“ von Freunden abzubilden, hält ein „Ticker“ über aktuelle Check-Ins und Postings auf dem Laufenden.

Für Unternehmensseiten bedeutet die neue Gewichtung je nach Edge Rank, dass sich die Postings künftig noch mehr um Relevanz und Qualität bemühen müssen, um entsprechende Interaktion und damit eine Reihung innerhalb der Hauptmeldungen ihrer Fans zu erreichen. 08/15-Inhalte werden zukünftig nicht mehr ausreichen; eine durchdachte Redaktionsplanung und zielgruppenadäquate Ansprache der eigenen Community werden immer wichtiger.

Fazit: Facebook bemüht sich, seinen Usern noch gezielter relevante Beiträge darzustellen und optisch ansprechend aufzubereiten – Unternehmen müssen sich dahingehend zukünftig noch mehr Gedanken über adäquate redaktionelle Inhalte, zielgruppengerechte Aktionen und entsprechende App-Entwicklungen machen. Ob sich das soziale Netzwerk damit auch in Zukunft seine Vormachtstellung sichern wird können bleibt abzuwarten.

Wir wünschen in jedem Fall viel Spaß mit dem „neuen“ Facebook!