Digital Detox: Entschlackung von Bits und Bytes

Die Digitalisierung macht das Arbeitsleben unbestritten leichter – kann aber gleichzeitig auch schnell zu einem Gefühl von Überlastung führen. Nicht nur in Jobs im Online und Social Media-Bereich ist man oft rund um die Uhr erreichbar und in sozialen Medien unterwegs: Mobile Technologien dringen quer durch die Gesellschaft in alle Bereiche des Lebens vor und sorgen dafür, dass die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeitsleben zunehmend verschwimmen.
Mit dieser permanenten Verfügbarkeit sind wir also – abgesehen vom Beruf – ganz und gar nicht allein. Das eigentliche „Problem“ liegt dabei meist jedoch nicht an der Technologie selbst, sondern an unserem persönlichen Umgang mit ihr.
Stellt euch beispielsweise einmal vor, ihr habt eine Woche lang weder Handy, Tablet noch PC zur Verfügung: Welches Gefühl löst das in euch aus? Angst? Stress? Oder überwiegt sogar Erleichterung? Read more

Hofburgwahl 2016 Reloaded: Wer gewinnt den Social Media Wahlkampf?

2016 könnte als „Jahr des Social-Media-Wahlkampfes“ in die Geschichtsbücher eingehen. Nicht nur beim Match um das Weiße Haus zwischen Hillary Clinton und Donald Trump waren wir Dank Facebook und Co. mitten im Geschehen. Auch im historisch längsten Wahlkampf um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten spielten die sozialen Netzwerke eine zunehmend größere Rolle. Kurz vor dem nächsten Wahlgang analysieren wir noch einmal, ob Alexander Van der Bellen oder Norbert Hofer in den vergangenen Wochen die bessere Social-Media-Performance ablieferte.

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US-Wahl 2016: Wer gewinnt den Social-Media-Wahlkampf?

Während Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen erneut Mitten im Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten stehen, gibt es in den USA bald die Entscheidung darüber, wer als nächstes Staatsoberhaupt in das Weiße Haus einziehen wird. Sowohl Hillary Clinton für die Demokraten, als auch Donald J. Trump für die Republikaner haben in den letzten Wochen (nicht immer positiv) für Aufmerksamkeit gesorgt. Dementsprechend schwanken die Umfragen bis zum Schluss. Doch wer punktet besser in den sozialen Netzwerken?

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2 Minuten 2 Millionen (Fans?)

Der große Quotenerfolg von 2 Minuten 2 Millionen auf Puls 4 hat wieder einmal bewiesen: die österreichische Startup-Szene blüht auf. Insgesamt wurden in der dritten und erfolgreichsten Staffel des Sendeformats rund 12,5 Millionen Euro in innovative Startups investiert. Die Investoren Hans Peter Haselsteiner, Heinrich Prokop, Leo Hillinger, Marie Hélène Ametsreiter, Michael Altrichter und Daniel Zech waren in dieser Staffel besonders spendabel.
Die Start-Ups benötigen gerade zu Beginn nicht nur das Cash der Investoren und ihre Expertise, sondern sind auch darauf angewiesen günstige Vermarktungsmöglichkeiten zu finden. Bei vielen reift deshalb schnell die Idee über das größte soziale Netzwerk zu den ersten Kunden zu gelangen.

Ich habe deshalb die jungen Unternehmen etwas genauer unter die Lupe genommen und mir angesehen, welche bereits Facebook nutzen und ob dort auch etwas #Fanlove zu finden ist. Da die 3. Staffel von 2 Minuten 2 Millionen erst Ende April zu Ende ging, sehe ich mir in diesem ersten Teil an, wo die Start-Ups nun tatsächlich stehen.

In meiner Analyse wurden all jene Start-Ups herangezogen, die eine ihnen eindeutig zuordenbare Facebook-Seite mit zumindest 100 Fans haben. Dies trifft auf insgesamt 39 Start-Ups zu.

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Hochrechnung: Wer gewinnt den Social-Media-Stichwahl-Kampf?

Die letzten Monate hab ich mich – mitunter mehr als mir lieb war (ich hätte vielleicht echt nicht so viele Kommentare auf den diversen Seiten lesen sollen?) – mit der Bundespräsidentenwahl beschäftigt.

Meine Social Media Hochrechnung zum ersten Wahlgang war dann – auch für mich erstaunlich und erschreckend – zutreffender als alle veröffentlichten Meinungsumfragen.

Umso gespannter war ich darauf mich knapp vier Wochen später wieder damit zu beschäftigen und die Performance von Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer im Stichwahlkampf zu analysieren.

 

Facebook

Wir erinnern uns, von Anfang März an, hatte Norbert Hofer mit Abstand die meiste Interaktion. Seit rund zwei Wochen hat sich das aber gedreht. Es scheint also als hätte Alexander Van der Bellen das Ruder herumgerissen:

Interaktionsverlauf

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Die erste HOCHRECHNUNG: Wer hat den Social Media Wahlkampf gewonnen?

Österreich wählt heute ein neues Staasoberhaupt, bzw. zwei Bewerber die dann 4 Wochen später in die Stichwahl kommen werden.

Für mein heutiges Summary der letzten Wochen und Monate stellte ich mir die Frage wie das plattformübergreifende Gesamtbild aussieht? Wer konnte die meisten Menschen erreichen und am WählerInnenmarkt die meiste Interaktion für sich verbuchen? Liegen die KandidatInnen auch hier im Trend der meisten Meinungsumfragen und der Google Trends die allesamt Alexander van der Bellen in Front sehen?

Die Antwort darauf hab ich gleich für Sie, zuvor lasse ich aber nochmal Revue passieren wie sich die Performance auf den einzelnen Plattformen seit Jahresbeginn entwickelt hat. Wie immer war mir dabei mein Lieblingsanalysetool Fanpagekarma behilftlich.

 

Facebook

Alexander van der Bellen startete hier einem großen Vorsprung in Rennen. Anderes als das restliche Bewerberfeld war er schon vor der Kandidatur auf Facebook aktiv und verfügte damit schon vom Start weg über eine entsprechende Fanbase. Er bekommt auch die meiste „Fanpost“ und seine Seite fällt mit dem besten Servicelevel und einer sehr kurzen durchschnittlichen Antwortzeit auf.

Norbert Hofer ermöglicht es Usern erst gar nicht auf seine Wall zu posten und bekommt somit auch keine Fanpost. Er lieferte aber ansonsten eine rasante Aufholjagd und geht zum Wahlkampffinish nicht nur mit den meisten Fans, sondern auch mit einer absoluten Mehrheit an Interaktionen ins Ziel. Die übrigen Kandidaten fallen zumindest bei Betrachtung der KPIs nicht wirklich auf.

 

Instagram

Wird nur von Alexander van der Bellen, Norbert Hofer und Richard Lugner genutzt. VDB führt hier bei allen Werten haushoch und gewinnt das Match um diesen Kanal klar.

Twitter

Irmgard Griss twittert zwar von allen KandidatInnen am fleißigsten, bei allen anderen wichtigen Messwerten hat aber auch hier Alexander van der Bellen die Nase klar vorne. Norbert Hofer hat zwar mehr Follower als Irmgard Griss, bekommt hier aber – ganz anders als auf Facebook – deutlich weniger Interaktion.

Youtube

Bei oberflächlicher Betrachtung gewinnt Richard Lugner das Match um diesen Channel. Saldiert man aber Likes und Dislikes, hat Lugner den größten Negativsaldo. Nach ihm die meisten Views verzeichnet Rudolf Hundstorfer, allerdings auch mit einem Negativsaldo aus Likes und Dislikes. Einen positiven Saldo haben auch hier die drei Favoriten für die Stichwahl: Norbert Hofer, knapp vor Alexander van der Bellen, gefolgt von Irmgard Griss.

 

Wie schaut das Rennen nun plattformübergreifend aus?

Anders als Google Trends und die meisten Meinungsumfragen, zeigt die plattformübergreifende Analyse von 934.746 ausgewerteten Interaktionen in Form von Shares, Retweets, Likes, Dislikes und Kommentaren nicht Alexander van der Bellen als Frontrunner. Norbert Hofer kann mit 52% eine absolute Mehrheit an Interaktionen verbuchen. VDB folgt ihm mit 22,97% Alle anderen KandidatInnen kommen nur auf einen einstelligen Marktanteil bei den Interaktionen. Interessanter Weise liegen Sie in der Reihenfolge wie in praktisch allen Umfragen: Griss 9,12%, Hundstorfer 6,74%, Khol 5,56 und Lugner 3,47%.

Anteil an Gesamtinteraktionen

Anteil an Gesamtinteraktionen

Auch meine (qualitative) Bewertung für den Kurier bestätigt den Trend zu drei Frontrunnern

Alexander van der Bellen ist von allen Kandidaten in Sachen Social Media am besten aufgestellt. Umso erstaunlicher, dass man es verabsäumt hat gegen die Aufholjagd von Norbert Hofer auf Facebook gegenzusteuern. Wie schon in meiner ersten Bewertung angemerkt, vermisse ich direkte Ansprache und Austausch mit den Usern. Sein Team macht aber beim Beantworten von Userposts den besten Job.

Irmgard Griss ist auf den von ihr bespielten Kanälen die wahrscheinlich Fleißigste, wendet sich auch persönlich an die NutzInnen ihre Channels und setzt stark auf Inhalte. Umso erstaunlicher, dass man sich gegen eine Nutzung von Instagram oder z.B. auch Snapchat entschieden hat um junge Wählergruppen zu erreichen.

 


Norbert Hofer
ist wie von der FPÖ gewohnt gut darin Content zu liefern der zu viel Interaktion und Reichweite führt. Einen echten Dialog führt man aber nicht bzw. versucht man sogar zu unterbinden, #notsosocial aber erfolgreich.
Weniger erfolgreich die drei übrigen Kandidaten:

Andreas Kohl glänzt auf Twitter und Instagram mit Abwesenheit. Tritt auf Facebook dafür persönlich auf. Insgesamt hat man aber Social Media als Wahlkampftool eher vernachlässigt.

 


Rudolf Hundstorfer
kam mit seinem Social Media Wahlkampf nie so recht vom Fleck, nutzt die Möglichkeiten der diversen Plattformen nicht entsprechend aus und braucht am längsten bei der Beantwortung von Fanposts.

 


Richard Lugner
s Wahlkampfstrategie dürfte zumindest anfang „Auffallen um jeden Preis“ gewesen sein. Zumindest auf Youtube ist ihm das gelungen…

 

 

Summary

Auch 8 Jahre nachdem Barack Obama seinen ersten Wahlkampf mit Hilfe von Social Media gewonnen hat, hat man hierzulande immer noch nicht gelernt einen wirklich professionellen Social Media Wahlkampf zu führen. Niemand wendet sich regelmäßig direkt an seine Fans und Follower. Die Trend-Plattform der Stunde Snapchat wird erst gar nicht genutzt. Dabei würde man hier wahrscheinlich schon mit bloßer Präsenz positiv auffallen und junge WählerInnen erreichen können. Auch das in Österreich zweitgrößte Social Network Instagram wird nur von einem kleinen Teil und davon wiederum nur von VDB professionell eingesetzt. Warum wirft man nicht mal einen Blick über den großen Teich und schaut sich an wie geschickt und umfangreich dort Social Media Plattformen (ja auch Snapchat!) im aktuellen Vorwahlkampf genutzt werden?

innocent For President: Ein garantiert fruchtiges Wahlversprechen!

Es war einer der Aufreger im Bundespräsidentschaftswahlkampf: Die innocent Fallobstaffäre.

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der süßen Früchtchen, denn einer unserer Kunden, innocent, sorgte mit einer Plakatkampagne im Netz für gehöriges Aufsehen. Die „Unser Spitzenkandidat ist eine Flasche“ Sujets wurden in unmittelbarer Nähe zu diversen Präsidentschaftswahlkampf-Plakaten gesichtet. Offenbar besonders angetan von diesen Sujets war die Facebook-Gruppe „Blutgruppe HC Negativ“:

Blutgruppe HC Negativ_1.Posting

Dieses Posting blieb unserem aufmerksamen SPiNNWERK Communitymanagement natürlich nicht verborgen und kurzerhand ergriffen wir die Gelegenheit, auf das Wahlversprechen der innocent Smoothies hinzuweisen: Den Flascheninhalt. Schließlich zählt bei der Wahl vor dem Supermarktregal nicht die Farbe, sondern nur die inneren Werte.

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Was dann passierte, könnte man regelrecht als „Fruitstorm“ bezeichnen, denn plötzlich wurde dem Obst zum Trinken enorme mediale Aufmerksamkeit geschenkt. Zahlreiche Facebookposts und die Aufmerksamkeit diverser Medien wie Der Standard, Heute, Österreich, Wirtschaftsblatt, Vienna online, Vorarlberg online, KroneHit uvm., kreisten um den Flascheninhalt der innocent Smoothies.

Hier gibt es eine Auswahl an fruchtigen Facebook-Posts zum Nachlesen:


Als wahre Fanlover haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, sämtliche Kommentare, Reactions, Shares und Co. genau unter die Lupe zu nehmen. Kommen wir deshalb zum Grande Finale im Obstsalat der Gefühle: der Analyse und Stimmung in Zahlen: (Stand 14.04.2016)

 

Fallobstreport

 

Wie auch schon in meinem Blogpost zu den Facebook Reactions erwähnt, zeigt sich bei den Reaktionen zu den Postings einmal mehr, dass der alte „Daumen hoch“ den Popularitätscontest erneut gewinnt – und zwar mit Repektabstand und gut 89% Anteil, gefolgt von einem herzhaften „Haha“ mit knapp 8% aller Reaktionen.
Bei der Analyse der Stimmung wurden sämtliche Kommentare unter den jeweiligen Postings ausgewertet und in positiv, negativ und neutral eingeteilt. Dabei zeigte sich, dass nicht jedem der Fruitstorm zu schmecken schien: Dem ein oder anderen User stieß der innocent-Kommentar etwas sauer auf. Nichtsdestotrotz ist der Anteil der positiven Kommentare mehr als doppelt so hoch als der der Negativen.
Bezieht man sämtliche Interaktionen in die Analyse mit ein, dann zeichnet sich ein noch klareres positives Stimmungsbild ab: Nur 1,7% aller Interaktionen waren negativ! Diese Zahl ist umso beeindruckender, wenn man zudem auch die Reichweite, die dieses Thema erfuhr, berücksichtigt: Insgesamt wurden die betreffenden Postings nämlich 2.814 Mal geteilt und 4.741 Mal kommentiert.
Die innocent Facebookseite blickt am 13. April auf über 10.000 Seitenaufrufe zurück und freut sich über 2.000 neue (organische!) Fans.

Ein spannendes Stimmungsbild zeigte auch die Analyse der über 900 Userkommentare, die unter dem Artikel auf derstandard.at gepostet wurden:
9% der Kommentare fielen positiv aus, von denen es seitens der Community 1.484 Mal Zustimmung und 160 Mal Ablehnung gab.
7% der Kommentare fielen negativ aus, jedoch wurden diese nur mit 387 Mal Zustimmung, dafür aber mit 1.167 Mal Ablehnung quittiert.

Abschließend gibt es hier noch eine kleine Auswahl derjenigen Kommentare auf der innocent Facebook-Seite, welche die Stimmung unter den Usern am besten beschreiben:

Eins steht fest: Egal ob rot, grün, gelb oder orange – die innocent Spitzenkandidaten sind zwar allesamt Flaschen, aber enthalten auch nach der Wahl was sie versprechen: bestes Obst und Gemüse, sonst nix.

Das Social Media Rennen um die Hofburg

Letzte Woche habe ich mir angeschaut wie sich die BewerberInnen auf Facebook geschlagen haben. Bevor ich verrate was sich hier seither getan hat, werfe ich diese Woche einen Blick auf die Performance der Instagram und Twitter Aktivitäten der KandidatInnen. Auch diese Woche verwende ich dazu mein Lieblings-Analysetool Fanpagekarma.

 

Instagram

Erstaunlicherweise nutzen nur Alexander van der Bellen, Norbert Hofer und Richard Lugner die vergleichsweise junge aber mittlerweile doch zweitgrößte Social Media Plattform in Österreich. Von oder für Irmgard Griss wurde zwar ein Profil angelegt, das aber inaktiv und auf privat gesetzt ist. Interessant, dass man bei vdb im Gegensatz zum Facebook Auftritt auf Instagram per Du mit den UserInnen ist.

Norbert Hofer verzichtet hingegen gänzlich auf Texte zu seinen veröffentlichten Bildern und auch vom auf der Plattform üblichen und wichtigen Einsatz von #Hashtags macht er nicht Gebrauch.

Die Performance der Bewerber lässt sich hier kurz zusammenfassen: van der Bellen liegt hier bei allen wichtigen Werten von der Followerzahl, über Engagement und Wachstum, bis zur absoluten Anzahl an Interaktionen, weit vor Norbert Hofer und Richard Lugner.

Twitter

Hier sind außer Andreas Khol alle vertreten und so unterschiedlich die BewerberInnen, so unterschiedlich schauen die einzelnen Werte aus.

Alexander van der Bellen hat die mit Abstand meisten Follower und kann die meisten Retweets verzeichnen. Bei der Engagement- und Interaktionsrate liegt Rudolf Hundstorfer vorne, gleichzeitig hat er aber auch die kleinste Followerschaft.

Am fleißigsten getweetet wird von Irmgard Griss, die auch bei den Likes die Pole Position einnimmt.

Norbert Hofer hingegen ist fleißig am Retweeten vieler Inhalte ohne erkennbarem Bezug zu ihm oder dem Wahlkampf wie z.B. Vintage Aufnahmen von @oldpicsarchive . Richard Lugner hingegen ist hier weniger fleißig am tweeten. Sein letzter Tweet stammt vom 19.3. unteranderem deshalb fliegt er hier mit seinen Aktivitäten weitgehend unter dem (Wähler)Radar.

Was hat sich auf Facebook seit letzter Woche getan?

Alexander van der Bellen und Irmgard Griss haben Facebook live eingesetzt, leider nicht wirklich zur persönlichen Interaktion mit den Fans.

Außerdem verbucht Norbert Hofer nun neben den meisten Interaktionen auch die meisten Fans und hat Alexander van der Bellen überholt.

 

Meine Bewertung in Form von Daumen

…und meinen Tipp der Woche an die KandidatInnen, gibts auf Kurier.at

 

Wer gewinnt den Social Media Wahlkampf?

Die BundespräsidentschaftskandidatInnen und ihre Mühen im Social Web.

Der Kurier hat mich eingeladen die Social Media Performance der BundespräsidentschaftskandidatInnen zu bewerten. Einige Ergebnisse meiner Analyse haben mich dann doch ziemlich überrascht, aber dazu später mehr.

Spätestens seit Obama 2008, für viele überraschend, mit einem exzellent geführten Social Media Wahlkampf erst die Vorwahlen gewann und dann in weiterer Folge tatsächlich auch Präsident wurde, diskutieren Politbeobachter den Einfluss der Social Media Aktivitäten auf Wahlergebnisse.

8 Jahre später führen auch bei uns alle KandidatInnen ihren Wahlkampf auf Facebook und Co. Wie gut sie das schaffen und ob sie die Möglichkeiten des Social Webs auch wirklich voll nutzen, darf ich mir für Sie die nächsten 4 Wochen genauer anschauen. Heute starte ich mit einem Facebook Schwerpunkt und analysiere für Sie die wichtigsten Performance-Werte mit Hilfe des Social Media Monitoring Tools www.fanpagekarma.com

Wer hat die meisten Fans?
Hier ist Alexander van der Bellen, der als Einziger auch vor der Kandidatur einen Facebook Auftritt hatte, mit einem ordentlichen Vorsprung ins Rennen gegangen und liegt auch immer noch an erster Stelle. Über die stärksten Zuwächse darf sich hier aber Norbert Hofer freuen und auch Andreas Khol kann stark wachsen, während das restliche BewerberInnenfeld nur langsam zulegt.

BPW_Anzahl_Fans

Wie häufig wird gepostet?

BPW_Anzahl_Posts
Hier liegt Norbert Hofer mit 130 Posts innerhalb der letzten 28 Tage vorne, gefolgt von Irmgard Griss und Alexander van der Bellen. Ob diese hohen Taktzahlen von der NutzerInnenschaft auch gut angenommen werden, verrate ich etwas später 😉

Richard Lugner ist hier übrigens auffallend und für mich sehr überraschend recht zurückhaltend.

Wer hat die höchste Interaktion?
Die Postinteraktion ist ein sehr guter Messwert um zu beurteilen wie gut der Content von der NutzerInnenschaft angenommen wird.

BPW_Postinteraktion_gew

Setzt man also die Anzahl der Fans in Relation zu den Interaktionen mit den Posts der Kandidaten und gewichtet dabei Shares höher als Kommentare und Likes, schneidet Rudolf Hundstorfer am besten und der Umfragekaiser VDB am schlechtesten ab. Für die Social Media ManagerInnen Alexander van der Bellens sollten spätestens an dieser Stelle die Alarmglocken schrillen. Schaut man sich nämlich die historischen Daten der Seite an, stellt man fest, dass die Postinteraktion vor Beginn des Wahlkampfes deutlich besser war. Im September 2015, dem Monat vor der Wien Wahl, lag hier die gewichtete Postinteraktion bei 4,3% während man im März 2016 auf nur 1,2% kommt.

In absoluten Zahlen dominiert Norbert Hofer bei Likes, Kommentaren und vor allem bei den Shares vor VDB. Ein weiteres Warnzeichen für alle übrigen KandidatInnen, ganz besonders für den Favoriten VDB.

BPW_Interaktionen_kum

BPW_LikesBPW_KommentareBPW_Shares

Wie stark wird die Wall der Kandidatinnen genutzt?
Hier liegt Van der Bellen, vor Khol, Hundstorfer und Griss. Hofer und Lugner haben diese Funktion auf ihren Seiten gesperrt. Nicht wirklich „social“ also.

BPW_Fanposts

Der mit Abstand meiste Austausch unter den UserInnen findet auf der Seite von VDB statt:

BPW_Kommentare_an_Fanposts

Wie gut wird auf Wallposts eingegangen?

BPW_Reaktion_Fanposts

Hier liegt ebenfalls VDB vorne. Insgesamt aber ein äußerst ernüchterndes Bild. Im Schnitt wird von den BewerberInnen ums höchste Amt des Staates bzw. ihren Teams nur auf 36% der Userposts reagiert. Immerhin sind die Reaktionszeiten bei VDB, Khol und Griss mit round about 2h recht gut. Auf der Seite von Hundstorfer warten User im Schnitt 20 lange Stunden auf Antwort. Die Idee „Echtzeitweb“ ist hier nicht wirklich angekommen.

BPW_Antwortzeit

Wie persönlich oder „volksnah“ geben sich die Auftritte?
Neben all den Performance-Werten interessiert mich bei einer Persönlichkeitswahl aber vor allem wie nahbar, menschlich und persönlich sich die Auftritte geben. Erstaunlicherweise geht hier die Ausrichtung der Auftritte weit auseinander. Was ich dazu herausgefunden habe, wie viele Daumen ich den KandidatInnen gegeben haben und welche Empfehlungen ich für die AnwärterInnen haben, wird hier verraten.

Wie Schokoladenhersteller die Herzen ihrer Fans schmelzen lassen… oder auch nicht.

Das Osterfest naht mit großen Schritten und somit auch wieder eine sehr schöne Zeit im Jahr: die Schoko-Osterhasen-Zeit! Alleine in Deutschland wurden im Jahr 2015 über 213 (in Worten zweihundertdreizehn!!!) MILLIONEN Schokoladen-Osterhasen produziert.
Wir in Österreich naschen durchschnittlich im Jahr 9 Kilogramm Schokolade und einen nicht unwesentlichen Teil davon in Hasenform. Jedes Jahr zum Osterfest werden die süßen Hasen auch wieder diversen Tests unterzogen: vom Geschmack bis hin zu ökologischen und sozialen Aspekten. Gerade die sozialen Aspekte beim Genuss von Schokolade werden oft vernachlässigt: so arbeiten laut Presseaussendung der APA über zwei Millionen Kinder im Kakao-Anbau in Westafrika. In Ghana verdienen Kakao-Bäuerinnen und -Bauern rund 80 Cent am Tag, in der Elfenbeinküste rund 50 Cent. Die beim Anbau eingesetzten Pestizide schädigen KleinbäuerInnen, ihre Familien und die Umwelt. Umso wichtiger werden deshalb unabhängige Siegel – wie zum Beispiel das FAIRTRADE-Siegel, das UTZ-Siegel und das EU-Bio-Siegel.

Doch wie schneiden die Schokoladenhersteller im #Fanlover Test ab und wer bekommt unser #Fanlover Siegel? 

Ich habe für euch die wichtigsten KPIs für einen kleinen Social-Schokowettbewerb zusammengefasst und schnell erkennt man, bei wem nicht nur die Schokolade im Mund zu schmelzen beginnt, sondern auch die Herzen der Fans.

Schokolade_Ostern_Anzahl-Fans

Milka ist nicht nur am Markt vorne mit dabei, sondern auch bei der Anzahl der Fans auf Facebook. Obendrein ist Milka der einzige Schokoladenhersteller im Vergleich, der bei Facebook auf eine global page setzt. Den zweiten Rang kann bei den Fanzahlen kinder Schokolade einstreifen, gefolgt von der österreichischen Bio und Fairtrade Schokoladenmanufaktur Zotter.

Was das Engagement betrifft, kann die Confiserie Heindl bei den Fans am meisten punkten. Bei der Post Interaktion liegt Heindl nur knapp hinter Berger Feinste Confiserie. Da Berger im Engagement-Ranking eher weiter hinten anzusiedeln ist, geht hier Heindl ganz klar als Sieger hervor.

Schokolade_Ostern_Servicelevel

Zahlenmäßiger Sieger beim Servicelevel: Berger. Mit 0,06 Posts pro Tag und einem Besucherbeitrag in unserem Beobachtungszeitraum ist das allerdings keine große Meisterleistung. Da ist Milka definitiv trotz 87% Servicelevel der Schoko-Vorrang zu geben. Das Schlusslicht bildet beim Servicelevel allerdings Lindt. Alle Heindl-Fans müssen sich ganz besonders in Geduld üben: mit einer Antwortzeit von 240 Stunden bzw. satten 10 Tagen braucht man einen sehr langen Geduldsfaden oder sehr viel Schokolade als Nervennahrung. In Sachen Antwortzeit sieht es bei den Schokoladenherstellern generell wie der Geschmack einiger ihrer Sorten aus: ziemlich bitter. Milka und Zotter haben trotz trauriger 10 Stunden Antwortzeit die Schokohasen-Nase vorne. Zotter zeigt hinsichtlich der Posts pro Tag (sagenhafte 1,26!) den Fans auf Facebook seine Schokoladenseite.

Der Facebook-Auftritt von Lindt ist, wenn man etwas genauer hinsieht, fast ident zu seinen Schokohasen: außen gold aber innen hohl. Lindt betreibt wie bereits im vergangenen Jahr wieder die Lindt Goldhasensuche und das Lindt Goldhasenfest. Dafür wird auf Facebook auch kräftig die Werbetrommel gerührt und die Fans sind von der goldigen Hasenaktion begeistert. Auf Nachfragen und Unklarheiten oder generell jegliche Art von Kommentaren wird seitens Lindt jedoch wenig bis gar nicht reagiert.

Heindl lässt kurz vor Ostern seine Fans über den Inhalt des Osternests für verschiedene Produkte in separaten Posts abstimmen und damit gleichzeitig auch süße Gewinne erspielen. Die Idee selbst kommt auch bei den Fans ganz gut an, jedoch werden sämtliche Kommentare dazu einfach ignoriert.

kinder Schokolade produziert zwar auch Osterhasen, lässt das Osterthema auf der Facebook-Seite aber völlig außen vor. Der Fokus bei den Beiträgen liegt aber, wie der Name schon sagt, bei den Kindern. Wie immer kommen Schokoladengewinnspiele besonders gut an. Allerdings könnte sich kinder Schokolade die Mühe machen und mit den Fans ein bisschen interagieren. Zumindest die Besucherbeiträge werden hier schon eher beachtet.

Zotter bewirbt sein Ostersortiment zwischendurch, jedoch findet sich auf dieser Facebookseite auch sehr viel abwechslungsreicher Content: von Insights aus der Manufaktur, Schoko-Wissen über Gewinnspiele bis hin zu Produktvorstellungen. Zotter scheut sich nicht, auch aktuelle Themen anzusprechen. Zotter bemüht sich auch, den zahlreichen Fan-Posts gerecht zu werden und verteilt zumindest neben ein paar Kommentaren auch seine Likes.

Manner misst dem Osterfest auch keine größere Bedeutung bei und setzt bei seinem Content auf Wien-Bezug und aktuelles Zeitgeschehen. Kommentare der Fans werden auch größtenteils beantwortet und mit kritischen Besucherbeiträgen wird einigermaßen souverän umgegangen.

Milka bringt 2016 3 neue Schmunzelhasen und das alljährliche Oster-Löffel-Ei mit Gewinnspiel. Ansonsten findet man bei Milka einen schönen bunten Mix aus Produkten, Veranstaltungen, Aktionen und aktuellen Themen und sie sind hinsichtlich der Reaktion auf Kommentare der vorbildlichste Schokoladenhersteller in diesem Rennen.

Berger hat zwar reichhaltige Produkte, die spärlich mit Content ausgestattete Facebookseite lässt die Schoko-Fans aushungern. Zum Thema Ostern gab es bisher lediglich einen Post. Die MEISTEN Likes konnte Berger mit seinem Update des Coverfotos erzielen. Bei den Besucherbeiträgen spiegelt sich die Stimmung der Fans wieder: sie wollen und lieben Berger’s Schokolade.

Wie man sieht, geht in Sachen Community Management bei den Schokoladeherstellern ordentlich viel #Fanlove-Potential verloren.
Unser #Fanlover Siegel geht unter Einbeziehung sämtlicher Faktoren an… Zotter! Der abwechslungsreiche Content auf der Facebook-Seite und die Bemühungen, alle Kommentare und Anfragen seiner Fans zu beantworten, hat sich gelohnt.
Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber .. ich gönn mir jetzt erstmal eine Tafel Schokolade! 😉