Digital Detox: Entschlackung von Bits und Bytes

Die Digitalisierung macht das Arbeitsleben unbestritten leichter – kann aber gleichzeitig auch schnell zu einem Gefühl von Überlastung führen. Nicht nur in Jobs im Online und Social Media-Bereich ist man oft rund um die Uhr erreichbar und in sozialen Medien unterwegs: Mobile Technologien dringen quer durch die Gesellschaft in alle Bereiche des Lebens vor und sorgen dafür, dass die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeitsleben zunehmend verschwimmen.
Mit dieser permanenten Verfügbarkeit sind wir also – abgesehen vom Beruf – ganz und gar nicht allein. Das eigentliche „Problem“ liegt dabei meist jedoch nicht an der Technologie selbst, sondern an unserem persönlichen Umgang mit ihr.
Stellt euch beispielsweise einmal vor, ihr habt eine Woche lang weder Handy, Tablet noch PC zur Verfügung: Welches Gefühl löst das in euch aus? Angst? Stress? Oder überwiegt sogar Erleichterung? Read more

2 Minuten 2 Millionen (Fans?)

Der große Quotenerfolg von 2 Minuten 2 Millionen auf Puls 4 hat wieder einmal bewiesen: die österreichische Startup-Szene blüht auf. Insgesamt wurden in der dritten und erfolgreichsten Staffel des Sendeformats rund 12,5 Millionen Euro in innovative Startups investiert. Die Investoren Hans Peter Haselsteiner, Heinrich Prokop, Leo Hillinger, Marie Hélène Ametsreiter, Michael Altrichter und Daniel Zech waren in dieser Staffel besonders spendabel.
Die Start-Ups benötigen gerade zu Beginn nicht nur das Cash der Investoren und ihre Expertise, sondern sind auch darauf angewiesen günstige Vermarktungsmöglichkeiten zu finden. Bei vielen reift deshalb schnell die Idee über das größte soziale Netzwerk zu den ersten Kunden zu gelangen.

Ich habe deshalb die jungen Unternehmen etwas genauer unter die Lupe genommen und mir angesehen, welche bereits Facebook nutzen und ob dort auch etwas #Fanlove zu finden ist. Da die 3. Staffel von 2 Minuten 2 Millionen erst Ende April zu Ende ging, sehe ich mir in diesem ersten Teil an, wo die Start-Ups nun tatsächlich stehen.

In meiner Analyse wurden all jene Start-Ups herangezogen, die eine ihnen eindeutig zuordenbare Facebook-Seite mit zumindest 100 Fans haben. Dies trifft auf insgesamt 39 Start-Ups zu.

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innocent For President: Ein garantiert fruchtiges Wahlversprechen!

Es war einer der Aufreger im Bundespräsidentschaftswahlkampf: Die innocent Fallobstaffäre.

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der süßen Früchtchen, denn einer unserer Kunden, innocent, sorgte mit einer Plakatkampagne im Netz für gehöriges Aufsehen. Die „Unser Spitzenkandidat ist eine Flasche“ Sujets wurden in unmittelbarer Nähe zu diversen Präsidentschaftswahlkampf-Plakaten gesichtet. Offenbar besonders angetan von diesen Sujets war die Facebook-Gruppe „Blutgruppe HC Negativ“:

Blutgruppe HC Negativ_1.Posting

Dieses Posting blieb unserem aufmerksamen SPiNNWERK Communitymanagement natürlich nicht verborgen und kurzerhand ergriffen wir die Gelegenheit, auf das Wahlversprechen der innocent Smoothies hinzuweisen: Den Flascheninhalt. Schließlich zählt bei der Wahl vor dem Supermarktregal nicht die Farbe, sondern nur die inneren Werte.

Bildschirmfoto 2016-04-20 um 13.11.56
Was dann passierte, könnte man regelrecht als „Fruitstorm“ bezeichnen, denn plötzlich wurde dem Obst zum Trinken enorme mediale Aufmerksamkeit geschenkt. Zahlreiche Facebookposts und die Aufmerksamkeit diverser Medien wie Der Standard, Heute, Österreich, Wirtschaftsblatt, Vienna online, Vorarlberg online, KroneHit uvm., kreisten um den Flascheninhalt der innocent Smoothies.

Hier gibt es eine Auswahl an fruchtigen Facebook-Posts zum Nachlesen:


Als wahre Fanlover haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, sämtliche Kommentare, Reactions, Shares und Co. genau unter die Lupe zu nehmen. Kommen wir deshalb zum Grande Finale im Obstsalat der Gefühle: der Analyse und Stimmung in Zahlen: (Stand 14.04.2016)

 

Fallobstreport

 

Wie auch schon in meinem Blogpost zu den Facebook Reactions erwähnt, zeigt sich bei den Reaktionen zu den Postings einmal mehr, dass der alte „Daumen hoch“ den Popularitätscontest erneut gewinnt – und zwar mit Repektabstand und gut 89% Anteil, gefolgt von einem herzhaften „Haha“ mit knapp 8% aller Reaktionen.
Bei der Analyse der Stimmung wurden sämtliche Kommentare unter den jeweiligen Postings ausgewertet und in positiv, negativ und neutral eingeteilt. Dabei zeigte sich, dass nicht jedem der Fruitstorm zu schmecken schien: Dem ein oder anderen User stieß der innocent-Kommentar etwas sauer auf. Nichtsdestotrotz ist der Anteil der positiven Kommentare mehr als doppelt so hoch als der der Negativen.
Bezieht man sämtliche Interaktionen in die Analyse mit ein, dann zeichnet sich ein noch klareres positives Stimmungsbild ab: Nur 1,7% aller Interaktionen waren negativ! Diese Zahl ist umso beeindruckender, wenn man zudem auch die Reichweite, die dieses Thema erfuhr, berücksichtigt: Insgesamt wurden die betreffenden Postings nämlich 2.814 Mal geteilt und 4.741 Mal kommentiert.
Die innocent Facebookseite blickt am 13. April auf über 10.000 Seitenaufrufe zurück und freut sich über 2.000 neue (organische!) Fans.

Ein spannendes Stimmungsbild zeigte auch die Analyse der über 900 Userkommentare, die unter dem Artikel auf derstandard.at gepostet wurden:
9% der Kommentare fielen positiv aus, von denen es seitens der Community 1.484 Mal Zustimmung und 160 Mal Ablehnung gab.
7% der Kommentare fielen negativ aus, jedoch wurden diese nur mit 387 Mal Zustimmung, dafür aber mit 1.167 Mal Ablehnung quittiert.

Abschließend gibt es hier noch eine kleine Auswahl derjenigen Kommentare auf der innocent Facebook-Seite, welche die Stimmung unter den Usern am besten beschreiben:

Eins steht fest: Egal ob rot, grün, gelb oder orange – die innocent Spitzenkandidaten sind zwar allesamt Flaschen, aber enthalten auch nach der Wahl was sie versprechen: bestes Obst und Gemüse, sonst nix.

Facebook Reactions: Liebe auf den ersten Klick!

Kommen wir heute zu einem Thema, das nicht nur die Facebook-User auf der ganzen Welt in helle Aufregung versetzt hat, sondern zudem auch noch genau in die Kerbe der SPiNNWERK-Philosophie zu schlagen vermochte: Die Liebe!

…und andere Emotionen, versteht sich. Wir reden natürlich von der ersten tatsächlich großen Neuerung, die sich beinahe unerwartet zwischen einer wiederholten Änderung der Facebook-Cover Imagesize und der Optimierung des „Kennst du auch…“ Algorithmus ereignet hat: Der Einführung von Reactions als Erweiterung des beliebten aber auch langweilig gewordenen „Like“.

Ende Februar wurden die Reactions auf Facebook weltweit ausgerollt und den Nutzern die Möglichkeit, auf Inhalte nicht nur mit einem “Like”, sondern auch individuell mit einem “Love”, “Haha”, “Wow”, “Sad – Traurig” oder “Angry – Wütend” zu reagieren gegeben.
Bisher verlautbarte Facebook, dass diese Reactions in der ersten Phase KEINEN Einfluss auf die Reichweite haben werden. Ganz egal ob „Wow“, „Like“ oder „Love“ – für die erste Phase der Reactions ist es irrelevant, welche Interaktion der Fan durchführt.

Fanpagekarma hat nun die erste Analyse zu diesen Reactions veröffentlicht, bei der 1,2 Millionen Posts mit Daten von über 40.000 Facebook Pages weltweit ausgewertet wurden:

Reaktionen werden deutlich weniger genutzt als ein gutes altes Like – Daumen hoch gibt es immerhin noch 20 Mal häufiger im Vergleich zu den neuen Reactions.

Facebook-Reactions-01
Mit einem Anteil von 45% ist „Love“ die beliebteste Reaction der Facebook-Nutzer. „Haha“, der laut lachende Smiley, kommt mit Respektabstand auf 23%, gefolgt von „Wow“ mit 13% Anteil. Die beiden „Traurig“ und „Wütend“ Reactions bilden das Schlusslicht mit jeweils 10%.

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Emotionen, die von Facebook-Seiten hervorgerufen werden, scheinen vor allem zwischen den zwei Extremen Liebe (28% der Posts) und Wut (27%) zu schwanken. Ungefähr 17% der Posts entlocken der Fanbasis ein „Haha“, werden also als lustig wahrgenommen. Bei 15% der Beiträge ist sich die Mehrheit über „Sad“ als angemessene Reaction einig, während es gerade einmal 12% des Content schaffen, die User zu überraschen und ein „Wow“ zu generieren.

Das Ergebnis dieser Analyse ist äußerst spannend, denn emotionale Posts erhalten eine 2-3 mal höhere Reichweite als Posts die fast nur Likes erhalten!

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Die höchste Reichweite haben Posts, die vor allem Love- und Haha-Reactions hervorrufen. Die Reichweite ist 3,2-mal so hoch wie bei Posts, die fast nur Likes einsammeln. Ähnlich erfolgreich sind Posts, zu denen viele User „Wow“ sagen. Vor allem Videos, die viele „Wow“s erhalten, werden wesentlich häufiger angesehen. Die meisten Klicks auf Links können „Sorry“ bzw. „Traurig“-Posts verzeichnen (im Durchnitt 4 Mal so häufig wie bei unemotionalen Posts) während die „Angry“ bzw. „Wütend“-Posts bei den Kommentaren klar vorne liegen: sie erhalten um 50% mehr Kommentare als Posts, die fast nur geliked werden!
Interessanter Fakt am Rande: Das Ergebnis der Analyse in Bezug auf die Beliebtheitswerte spiegelt genau die Reihenfolge wider, in der auch die Reactions auf der Facebook-Oberfläche angeordnet sind.

Diese Analyse zeigt klar und deutlich: Love wins!

Content auf Facebook sollte im Idealfall emotional sein.
…und dann am besten auch noch vorwiegend Love-Reaktionen hervorrufen, da derartige Posts 5,5 Mal häufiger geteilt werden als solche, die nur den guten alten „Daumen hoch“ erhalten. Umso mehr zeigt sich dadurch, dass all jene, die ihre Community hegen und pflegen und in der Content-Küche mit einer gehörigen Portion #Fanlove kochen, im Gegenzug auch mit der Liebe der Fans belohnt werden. Oder anders ausgedrückt: Wer ein bewusstes Maß an Emotionalität in seinem Newsfeed sät, der kann reichlich Aktivität seiner Fans ernten.

Unsere #Fanlover-Conclusio dieser Analyse lautet daher: make love not likes.

Wie Schokoladenhersteller die Herzen ihrer Fans schmelzen lassen… oder auch nicht.

Das Osterfest naht mit großen Schritten und somit auch wieder eine sehr schöne Zeit im Jahr: die Schoko-Osterhasen-Zeit! Alleine in Deutschland wurden im Jahr 2015 über 213 (in Worten zweihundertdreizehn!!!) MILLIONEN Schokoladen-Osterhasen produziert.
Wir in Österreich naschen durchschnittlich im Jahr 9 Kilogramm Schokolade und einen nicht unwesentlichen Teil davon in Hasenform. Jedes Jahr zum Osterfest werden die süßen Hasen auch wieder diversen Tests unterzogen: vom Geschmack bis hin zu ökologischen und sozialen Aspekten. Gerade die sozialen Aspekte beim Genuss von Schokolade werden oft vernachlässigt: so arbeiten laut Presseaussendung der APA über zwei Millionen Kinder im Kakao-Anbau in Westafrika. In Ghana verdienen Kakao-Bäuerinnen und -Bauern rund 80 Cent am Tag, in der Elfenbeinküste rund 50 Cent. Die beim Anbau eingesetzten Pestizide schädigen KleinbäuerInnen, ihre Familien und die Umwelt. Umso wichtiger werden deshalb unabhängige Siegel – wie zum Beispiel das FAIRTRADE-Siegel, das UTZ-Siegel und das EU-Bio-Siegel.

Doch wie schneiden die Schokoladenhersteller im #Fanlover Test ab und wer bekommt unser #Fanlover Siegel? 

Ich habe für euch die wichtigsten KPIs für einen kleinen Social-Schokowettbewerb zusammengefasst und schnell erkennt man, bei wem nicht nur die Schokolade im Mund zu schmelzen beginnt, sondern auch die Herzen der Fans.

Schokolade_Ostern_Anzahl-Fans

Milka ist nicht nur am Markt vorne mit dabei, sondern auch bei der Anzahl der Fans auf Facebook. Obendrein ist Milka der einzige Schokoladenhersteller im Vergleich, der bei Facebook auf eine global page setzt. Den zweiten Rang kann bei den Fanzahlen kinder Schokolade einstreifen, gefolgt von der österreichischen Bio und Fairtrade Schokoladenmanufaktur Zotter.

Was das Engagement betrifft, kann die Confiserie Heindl bei den Fans am meisten punkten. Bei der Post Interaktion liegt Heindl nur knapp hinter Berger Feinste Confiserie. Da Berger im Engagement-Ranking eher weiter hinten anzusiedeln ist, geht hier Heindl ganz klar als Sieger hervor.

Schokolade_Ostern_Servicelevel

Zahlenmäßiger Sieger beim Servicelevel: Berger. Mit 0,06 Posts pro Tag und einem Besucherbeitrag in unserem Beobachtungszeitraum ist das allerdings keine große Meisterleistung. Da ist Milka definitiv trotz 87% Servicelevel der Schoko-Vorrang zu geben. Das Schlusslicht bildet beim Servicelevel allerdings Lindt. Alle Heindl-Fans müssen sich ganz besonders in Geduld üben: mit einer Antwortzeit von 240 Stunden bzw. satten 10 Tagen braucht man einen sehr langen Geduldsfaden oder sehr viel Schokolade als Nervennahrung. In Sachen Antwortzeit sieht es bei den Schokoladenherstellern generell wie der Geschmack einiger ihrer Sorten aus: ziemlich bitter. Milka und Zotter haben trotz trauriger 10 Stunden Antwortzeit die Schokohasen-Nase vorne. Zotter zeigt hinsichtlich der Posts pro Tag (sagenhafte 1,26!) den Fans auf Facebook seine Schokoladenseite.

Der Facebook-Auftritt von Lindt ist, wenn man etwas genauer hinsieht, fast ident zu seinen Schokohasen: außen gold aber innen hohl. Lindt betreibt wie bereits im vergangenen Jahr wieder die Lindt Goldhasensuche und das Lindt Goldhasenfest. Dafür wird auf Facebook auch kräftig die Werbetrommel gerührt und die Fans sind von der goldigen Hasenaktion begeistert. Auf Nachfragen und Unklarheiten oder generell jegliche Art von Kommentaren wird seitens Lindt jedoch wenig bis gar nicht reagiert.

Heindl lässt kurz vor Ostern seine Fans über den Inhalt des Osternests für verschiedene Produkte in separaten Posts abstimmen und damit gleichzeitig auch süße Gewinne erspielen. Die Idee selbst kommt auch bei den Fans ganz gut an, jedoch werden sämtliche Kommentare dazu einfach ignoriert.

kinder Schokolade produziert zwar auch Osterhasen, lässt das Osterthema auf der Facebook-Seite aber völlig außen vor. Der Fokus bei den Beiträgen liegt aber, wie der Name schon sagt, bei den Kindern. Wie immer kommen Schokoladengewinnspiele besonders gut an. Allerdings könnte sich kinder Schokolade die Mühe machen und mit den Fans ein bisschen interagieren. Zumindest die Besucherbeiträge werden hier schon eher beachtet.

Zotter bewirbt sein Ostersortiment zwischendurch, jedoch findet sich auf dieser Facebookseite auch sehr viel abwechslungsreicher Content: von Insights aus der Manufaktur, Schoko-Wissen über Gewinnspiele bis hin zu Produktvorstellungen. Zotter scheut sich nicht, auch aktuelle Themen anzusprechen. Zotter bemüht sich auch, den zahlreichen Fan-Posts gerecht zu werden und verteilt zumindest neben ein paar Kommentaren auch seine Likes.

Manner misst dem Osterfest auch keine größere Bedeutung bei und setzt bei seinem Content auf Wien-Bezug und aktuelles Zeitgeschehen. Kommentare der Fans werden auch größtenteils beantwortet und mit kritischen Besucherbeiträgen wird einigermaßen souverän umgegangen.

Milka bringt 2016 3 neue Schmunzelhasen und das alljährliche Oster-Löffel-Ei mit Gewinnspiel. Ansonsten findet man bei Milka einen schönen bunten Mix aus Produkten, Veranstaltungen, Aktionen und aktuellen Themen und sie sind hinsichtlich der Reaktion auf Kommentare der vorbildlichste Schokoladenhersteller in diesem Rennen.

Berger hat zwar reichhaltige Produkte, die spärlich mit Content ausgestattete Facebookseite lässt die Schoko-Fans aushungern. Zum Thema Ostern gab es bisher lediglich einen Post. Die MEISTEN Likes konnte Berger mit seinem Update des Coverfotos erzielen. Bei den Besucherbeiträgen spiegelt sich die Stimmung der Fans wieder: sie wollen und lieben Berger’s Schokolade.

Wie man sieht, geht in Sachen Community Management bei den Schokoladeherstellern ordentlich viel #Fanlove-Potential verloren.
Unser #Fanlover Siegel geht unter Einbeziehung sämtlicher Faktoren an… Zotter! Der abwechslungsreiche Content auf der Facebook-Seite und die Bemühungen, alle Kommentare und Anfragen seiner Fans zu beantworten, hat sich gelohnt.
Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber .. ich gönn mir jetzt erstmal eine Tafel Schokolade! 😉

Jedem Place seine Page

Wie wir wissen ist der wichtigste Faktor für den Erfolg im Facebook Marketing relevante Inhalte für die relevante Zielgruppe zum relevanten Zeitpunkt zu posten. Genau diesen Faktor können sich Unternehmen mit lokalen Standorten und einer fixen geographischen Adresse mittels Facebook Locations (früher Parent-Child genannt) jetzt zunutze machen: mit einzelnen Standortseiten können die greifbaren und potentiellen Fans im unmittelbaren Umkreis sehr effizient erreicht, angesprochen und aufmerksam gemacht werden.
Lokal agierende Unternehmen, Unternehmen mit mehreren Standorten und/oder Filialstrukturen können von den dabei entstehenden Chancen profitieren und die lokale Zielgruppe mit dem für sie relevanten Content einfangen: Bewerbungen regionaler Veranstaltungen, Aktionen, Events, individuelle Rabatte etc.

Beim Einsatz von Facebook Locations wird mit einer hierarchisch angelegten Struktur, die das Unternehmen repräsentiert, gearbeitet und für jeden Standort oder jede Filiale ein eigener Ort auf Facebook erstellt. Dieses Konstrukt aus Hauptseite (Parent) und Standortseiten (Childs) wird mit Facebook Locations unter einer Struktur zusammengeführt.
Unsere Kunden Media Markt Austria und Saturn Austria nutzen dieses, von uns aufgesetzte Feature als eine der ersten großen Brands in Österreich. Wir zeigen euch am Beispiel von Media Markt Austria, was genau dahintersteckt.

parentchild

Auf der Hauptseite (Parent) wird eine Karte integriert, welche die einzelnen, der Hauptseite zugeordneten Standorte (Child Seiten) in einer Karte darstellt.

Ist die Struktur einmal angelegt, wird ein neuer Tab „Standorte“ auf der Hauptseite angezeigt. Der User wird auf eine Map-App weitergeleitet, in welcher alle Filialen des Unternehmens aufgezeigt werden.

Standortkarte MM

Auf den einzelnen Standortseiten (Childs) ist die Zugehörigkeit erkennbar, unterhalb des Namens wird ein mit der Hauptseite verlinkter Zusatz, in unserem Fall “Media Markt Austria Ort”, sichtbar.

MM Standortseite

Außerdem sind auf der Standortseite (Parent-Seite) weitere Standorte in der unmittelbaren Nähe sichtbar.

MM Standorte in der Nähe

Standortseiten auf Facebook

Auf diesen Orts-Seiten auf Facebook können sich Fans „einchecken“ und ein Erlebnis mit ihren Freunden teilen. Für Unternehmen wird das besonders interessant, wenn zum Beispiel Kunden den Check-In dazu nutzen, um ihren Freunden mitzuteilen, dass sie sich gerade im Unternehmen befinden und beispielsweise ein Produkt des Unternehmens erwerben. Durch solche Check-Ins wird der Link zur Fanpage – somit vom Kunden selbst – über den Newsfeed von Facebook an sein Umfeld kommuniziert. Damit wird der Kunde zum Markenbotschafter und spricht eine persönliche Empfehlung aus, die bekanntermaßen weit größere Wirkung hat, als eine Werbebotschaft, die von einem Unternehmen ausgeht. Nicht nur die direkte Empfehlung ist ein Vorteil des Check-Ins, sondern auch ein Bewertungskriterium beim zukünftigen Fanpage Ranking.
Jeder Login am Ort des Unternehmens ist also auch eine Empfehlung der Person an ihren Freundeskreis und bringt dadurch die Mundpropaganda ins Netz.

 

Welchen Nutzen kann man also von dieser Struktur und den Orts-Seiten ziehen?

  • Gemeinsame Community mit kumulierten Check-Ins:
    Fans, die auf einer Child Seite bzw. einem Child Ort einchecken, werden automatisch auf der Parent Seite addiert. Allerdings werden die Fans von Child Orten nicht zur Parent Seite hinzugefügt!
  • Lokalisierung und Individualisierung:
    (= eigener Seitenname, eigene Kurz-URL, individuelles Titel- und Profilbild, eigene Chronik, Applikationen, kein Geo-Targeting für Beiträge notwendig, aber möglich) Mit einer breit gefächerten Hauptseite kann man sich auf überregionale Inhalte fokussieren, während die Ort- oder Child-Seite mit regionalem Bezug der Beiträge hervorgehoben und die Inhalte konkret auf die jeweiligen Nutzer ausgerichtet werden können. Jede einzelne Orts-Seite kann individuell auf die gegebenen Bedingungen angepasst und individualisiert werden, was ein noch besseres agieren auf die jeweilige Zielgruppe ermöglicht.
  • Einheitliches Branding und zentrale Verwaltung:
    Die Unterseiten lassen sich durch eine vereinfachte, zentrale Verwaltung besser kontrollieren und die Umsetzung eines einheitliches Branding wesentlich erleichtern.
  • Regionale Insights erhalten:
    Mit den sich momentan im Roll-Out befindlichen Local Insights hat Facebook auch den Statistik-Bereich erweitert und bietet einen neuen Reiter an, der nützliche Informationen, die für die Vermarktung von lokalen Facebook Seiten wertvoll sind, zu Tage bringt.
    Bildschirmfoto 2016-02-22 um 14.18.03So wird zum Beispiel gezeigt, an welchen Tagen und Uhrzeiten der Ort am meisten besucht wird sowie demographische Daten wie Alter und Geschlecht.
    Damit diese Daten sinnvoll genutzt werden können, zeigt Facebook in den Local Insights außerdem an, wie hoch der Anteil an Personen in der unmittelbaren Umgebung eines Standorts ist, die die Werbeanzeigen überhaupt sehen können.Zusätzlich kann der Trend der Personen auf Facebook in einem Umkreis von 150 m des Unternehmens im letzten Monat sowie die  Anzahl der Personen, die das Unternehmen innerhalb des letzten Monats besucht haben, verfolgt werden.
    Bildschirmfoto 2016-02-24 um 13.21.26Dabei stammen alle Daten nur von Facebook Usern, die Facebook via Smartphone aktiv erlaubt haben, den eigenen Standort zu ermitteln. Bei sämtlichen Daten können keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gemacht werden! Mehr zu diesem Thema kann man bei Thomas Hutter nachlesen.
  • Local Awareness Ads 
    Mit den Local Awareness Ads von Facebook können neue Kunden, die sich in unmittelbarer Nähe zum Unternehmen befinden, gefunden werden. Die auf den geographischen Standort basierenden ausgelieferten Werbeanzeigen bieten somit für lokale Unternehmen und lokale Veranstaltungen ein extrem hohes Potential. Durch die Einbindung von Texten, Links und Call-To-Action-Buttons lassen sich diese Anzeigen auf lokale Faktoren abstimmen und funktionieren deutlich besser. Für einen Werbetreibenden ist jedoch nicht ersichtlich, welche User sich innerhalb des Radius befinden. Außerdem werden wie bei den Local Insights die Local Awareness Ads nur an jene Nutzer ausgespielt, die auch die Ortungsdienste am Smartphone aktiviert haben.
    Wie genau die Local Awareness Ads funktionieren, könnt ihr auch bei Thomas Hutter nachlesen.

 

Bisher war die Parent-/Child-Lösung von Facebook ein reines Administrationstool für die Verwaltung der zugeordneten Orte, da es keine Publishingmöglichkeit von der Parent-Seite auf die Child-Seiten gab. Wie Thomas Hutter aber kürzlich publizierte, befindet sich diese Möglichkeit, Beiträge automatisiert auf den Standortseiten auszugegeben derzeit im Roll-Out.

Grundsätzlich sollte man bedenken, dass jeder Facebook-Nutzer durch Check-Ins Orte erstellen kann. Wenn man nun als Unternehmen oder Marke eine offizielle Location erstellen will, sollte man deshalb vorab die Existenz bereits bestehender, inoffizieller Locations prüfen. Für derartige Fälle hat Facebook vorgesorgt: mittels Anspruchsnachweis (etwa in Form eines offiziellen Dokuments) hat man die Möglichkeit, entsprechende Orte für sich zu beanspruchen und dadurch zu kontrollieren, was im Namen des Unternehmens an einer Location veröffentlicht wird. Weil jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, dass durch unterschiedliche Schreibweisen nachträglich neuerlich Duplikate von Orten angelegt werden können, sollte im eigenen Interesse nicht auf eine regelmäßige Überprüfung vergessen werden.

Neben der rein technischen Lösung von Facebook Locations braucht es vor allem eine ausgeklügelte Strategie um Erfolge verbuchen zu können. Dazu gehören auch ein stimmiges Ads- und Content-Konzept sowie effiziente Tools für Content- und Community Management, Kundendienst und Support und für das Monitoring.

Vom Bierlover zum #Fanlover

Dieser Blogp(r)ost ist keineswegs ein inszenierter Grund haufenweise Bier zu verkosten. Hier geht es nicht um den geschmacklichen Erfolg heimischer Biermarken, sondern um ihren virtuellen Erfolg.
Welches Bier kann nicht nur im Biergarten punkten, sondern auch auf Facebook?

Ein erster Blick auf den Braumonitor (ähnlich dem Social Media Ranking verbindet der Braumonitor die quantitative und die qualitative Ebene und liefert so Aufschlüsse über das Engagement und die Performance der Brauereien im deutschen Sprachraum in Social Media) birgt Grund zur Freude:
5 österreichische Biermarken unter den Top 20!
Platz 5: Stiegl
Platz 6: Gösser
Platz 12: Zipfer
Platz 13: Puntigamer
Platz 19: Villacher

Schauen wir etwas tiefer ins Bierglas:

Biermarken Anzahl Fans

Während Gösser und Stiegl was die Anzahl ihrer Fans betrifft um den Rang des Bier-Platzhirschen rittern, punkten die Brauereien mit kleiner Fanbase wie z.B. das Brauhaus Gusswerk mit besseren Post-Interaktionen. Das Rennen macht jedoch eindeutig Zwettler mit den erfolgreicheren KPIs hinsichtlich Engagement und Post-Interaktion. Lediglich das Brauhaus Gusswerk hat die Nase hinsichtlich der Post-Interaktion nochmal etwas weiter vorne.

Biermarken Servicelevel

Gösser geht mit einer Antwortzeit von 1,5h vorbildlich mit den Geschmacksnerven seiner Fans um. Bei der Mikrobrauerei Bevog wird einem bei einer Wartezeit von satten 257h (das entspricht mehr als 10 Tagen!) das Bier warm. Stiegl bemüht sich sehr, mit seinen doch sehr zahlreichen Fans zu interagieren, braucht aber immer etwas länger, wo hingegen Puntigamer das Ganze etwas nüchterner sieht und bei ähnlichem Servicelevel nur etwa halb so lang braucht. 

Bei den Einen wirds, wenn man sich die Contentplanung  genauer ansieht, frei nach dem Biergeschmack richtig prickelnd, bei den Anderen etwas herb und bei manchen richtig bitter.
Die Bier-Community ist auf allen Facebookseiten generell sehr positiv gestimmt und postet den Lieblingsbieren fleißig Bilder, die sich einerseits wunderbar als Content auf der Facebookseite verwerten lassen und andererseits die Gelegenheit bietet mit den Fans zu interagieren. Diese Chance lassen sich die wenigsten entgehen – mit Ausnahme von OttakringerRiederGusswerk und Bevog, die offenbar mehr an ihre Braukunst als an Fan-Liebe glauben.

Stiegl setzt auf den #stieglmoment mit eigener Seite und einem Anreiz, der das Herz jedes Biertrinkers höher schlagen lässt: jeden Monat eine Kiste Bier gewinnen. Unter diesem Aspekt fühlen sich die Stiegl-Fans gleich noch mehr angespornt, hübsche Bilder zu posten – und davon gibt es wirklich zahlreiche. Well played, Stiegl!

Puntigamer setzt seinem Slogan „lustig samma“ entsprechend auf situationsabhängigen Fun Content mit witzigen Bildern. Villacher versucht mit ähnlich humorvollen Bildern engagiert beim Posten mitzuziehen, aber vergisst dabei auf die Beiträge seiner Fans oder quittiert diese mit einem einfachen „Prost“. Definitiv noch Luft nach oben!

Gösser macht sich die Zustimmung seiner Fans mit „Fans am Wort“ zunutze, während Ottakringer auf der „wir sind traditionell„-Schiene in mäßiger Geschwindigkeit auf Facebook fährt und seine Biere anpreist. Interessanterweise ist Ottakringer eine der wenigen Bierbrands, deren Fans mit Bildern nicht so engagiert sind. Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück: Ottakringer ist, was Fan-Beiträge betrifft, nicht sehr reaktionsfreudig.

Die „Kleinen“ wie z.B. Gusswerk und Bevog wissen zwar, wie man herrlich Bier braut, aber die Möglichkeiten und Chancen, die ihnen ein gut gemachter Facebookauftritt einräumen kann, werden noch unterschätzt. Selten Reaktionen auf Fanbeiträge – man lässt die Bierkenner unter sich diskutieren und Fragen gegenseitig beantworten.
Bevog postet zusätzlich nur in englischer Sprache und versucht dadurch, international zu sein. Gut gedacht, schlecht gemacht, denn bei Grammatik und Rechtschreibung wurde etwas zu tief in den Bierkrug geschaut.

Gerade die Bier-Fans sind jene, die ihren Braumeistern den Bierhimmel zu Füßen legen würden – wenn er sie denn nur ließe. Die Platzhirsche sind nicht ohne Grund vorne dabei, denn sie haben den Wert eines gut gemachten Facebookauftritts bereits erkannt und bemühen sich, ihren Fans nachzukommen. Für die kleinen Brauereien liegt noch sehr viel Potential im Verborgenen. Gutes Bier machen ist Eines, aber Bier gut verkaufen und die Bieranhängerschaft mit ausreichend Fan-Love zu überschütten das Andere.

Abschließend gibt es noch eine kleine Galerie mit Bier-Posts.
Wer jetzt noch nicht durstig ist, ist selber schuld. Prost!