Vom Bierlover zum #Fanlover

Dieser Blogp(r)ost ist keineswegs ein inszenierter Grund haufenweise Bier zu verkosten. Hier geht es nicht um den geschmacklichen Erfolg heimischer Biermarken, sondern um ihren virtuellen Erfolg.
Welches Bier kann nicht nur im Biergarten punkten, sondern auch auf Facebook?

Ein erster Blick auf den Braumonitor (ähnlich dem Social Media Ranking verbindet der Braumonitor die quantitative und die qualitative Ebene und liefert so Aufschlüsse über das Engagement und die Performance der Brauereien im deutschen Sprachraum in Social Media) birgt Grund zur Freude:
5 österreichische Biermarken unter den Top 20!
Platz 5: Stiegl
Platz 6: Gösser
Platz 12: Zipfer
Platz 13: Puntigamer
Platz 19: Villacher

Schauen wir etwas tiefer ins Bierglas:

Biermarken Anzahl Fans

Während Gösser und Stiegl was die Anzahl ihrer Fans betrifft um den Rang des Bier-Platzhirschen rittern, punkten die Brauereien mit kleiner Fanbase wie z.B. das Brauhaus Gusswerk mit besseren Post-Interaktionen. Das Rennen macht jedoch eindeutig Zwettler mit den erfolgreicheren KPIs hinsichtlich Engagement und Post-Interaktion. Lediglich das Brauhaus Gusswerk hat die Nase hinsichtlich der Post-Interaktion nochmal etwas weiter vorne.

Biermarken Servicelevel

Gösser geht mit einer Antwortzeit von 1,5h vorbildlich mit den Geschmacksnerven seiner Fans um. Bei der Mikrobrauerei Bevog wird einem bei einer Wartezeit von satten 257h (das entspricht mehr als 10 Tagen!) das Bier warm. Stiegl bemüht sich sehr, mit seinen doch sehr zahlreichen Fans zu interagieren, braucht aber immer etwas länger, wo hingegen Puntigamer das Ganze etwas nüchterner sieht und bei ähnlichem Servicelevel nur etwa halb so lang braucht. 

Bei den Einen wirds, wenn man sich die Contentplanung  genauer ansieht, frei nach dem Biergeschmack richtig prickelnd, bei den Anderen etwas herb und bei manchen richtig bitter.
Die Bier-Community ist auf allen Facebookseiten generell sehr positiv gestimmt und postet den Lieblingsbieren fleißig Bilder, die sich einerseits wunderbar als Content auf der Facebookseite verwerten lassen und andererseits die Gelegenheit bietet mit den Fans zu interagieren. Diese Chance lassen sich die wenigsten entgehen – mit Ausnahme von OttakringerRiederGusswerk und Bevog, die offenbar mehr an ihre Braukunst als an Fan-Liebe glauben.

Stiegl setzt auf den #stieglmoment mit eigener Seite und einem Anreiz, der das Herz jedes Biertrinkers höher schlagen lässt: jeden Monat eine Kiste Bier gewinnen. Unter diesem Aspekt fühlen sich die Stiegl-Fans gleich noch mehr angespornt, hübsche Bilder zu posten – und davon gibt es wirklich zahlreiche. Well played, Stiegl!

Puntigamer setzt seinem Slogan „lustig samma“ entsprechend auf situationsabhängigen Fun Content mit witzigen Bildern. Villacher versucht mit ähnlich humorvollen Bildern engagiert beim Posten mitzuziehen, aber vergisst dabei auf die Beiträge seiner Fans oder quittiert diese mit einem einfachen „Prost“. Definitiv noch Luft nach oben!

Gösser macht sich die Zustimmung seiner Fans mit „Fans am Wort“ zunutze, während Ottakringer auf der „wir sind traditionell„-Schiene in mäßiger Geschwindigkeit auf Facebook fährt und seine Biere anpreist. Interessanterweise ist Ottakringer eine der wenigen Bierbrands, deren Fans mit Bildern nicht so engagiert sind. Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück: Ottakringer ist, was Fan-Beiträge betrifft, nicht sehr reaktionsfreudig.

Die „Kleinen“ wie z.B. Gusswerk und Bevog wissen zwar, wie man herrlich Bier braut, aber die Möglichkeiten und Chancen, die ihnen ein gut gemachter Facebookauftritt einräumen kann, werden noch unterschätzt. Selten Reaktionen auf Fanbeiträge – man lässt die Bierkenner unter sich diskutieren und Fragen gegenseitig beantworten.
Bevog postet zusätzlich nur in englischer Sprache und versucht dadurch, international zu sein. Gut gedacht, schlecht gemacht, denn bei Grammatik und Rechtschreibung wurde etwas zu tief in den Bierkrug geschaut.

Gerade die Bier-Fans sind jene, die ihren Braumeistern den Bierhimmel zu Füßen legen würden – wenn er sie denn nur ließe. Die Platzhirsche sind nicht ohne Grund vorne dabei, denn sie haben den Wert eines gut gemachten Facebookauftritts bereits erkannt und bemühen sich, ihren Fans nachzukommen. Für die kleinen Brauereien liegt noch sehr viel Potential im Verborgenen. Gutes Bier machen ist Eines, aber Bier gut verkaufen und die Bieranhängerschaft mit ausreichend Fan-Love zu überschütten das Andere.

Abschließend gibt es noch eine kleine Galerie mit Bier-Posts.
Wer jetzt noch nicht durstig ist, ist selber schuld. Prost!

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