Fanlove geht durch den Magen

Als jemand, der Essen mehr als nur zu schätzen weiß, und #Fanlover in der Job Description stehen hat, liegt mir dieser Blogbeitrag besonders am Herzen. Systemgastronomiebetriebe müssen heutzutage nämlich nicht nur schnell gutes Essen zaubern können, sondern auch nett zu ihren Fans sein! Deshalb habe ich mich mit vier erfolgreichen Systemgastronomen in Österreich auseinander gesetzt. Auch hier wurden Servicelevel & Antwortzeit, aber auch die Inhalte und deren Interaktion als Schlüsselmerkmale herangezogen. Der erste Eindruck lässt nichts Schlimmes vermuten. Jedes Unternehmen hat eine fundierte Fanbase, die auch recht fleißig mit den Beiträgen interagiert:


Basierend auf der Fanbase ist Mc Donald’s der absolute Sieger. Auch Engagement und Interaktion der Fans sehen nicht übel aus. Mit täglichen Posts und sogar einer eigenen Social Media-Kampagne #viennabuzzconcert wird deren Facebook-Seite auch gewissenhaft gepflegt. Schon weit abgeschlagen befindet sich am zweiten Platz Burger King, jedoch mit der höchsten Post Interaktion (Dieser Wert gibt an, wie gut die Fans auf einzelne Posts reagieren. Es ist der Durchschnitt der Anzahl Likes, Kommentaren und Shares pro Fan über alle Posts). Im Hinblick auf die Fananzahl hat Subway zwar mehr erreicht, verglichen mit Vapiano lassen das Engagement und die Interaktion aber zu Wünschen übrig.

Was unterscheidet diese Systemgastronomen außer Burger, Pommes, Pizza & Co?

Der einzige Franchiser aus unserem Ranking, der tatsächlich regelmäßig Beiträge postet, ist Mc Donald’s. Bei allen anderen kann man nur alle paar Tage mit einem Post rechnen. So etwas sehen #Fanlover natürlich nicht gerne.

Mc Donald’s hat aber auch ganz offensichtlich das nötige Werbebudget. Neben der österreichischen Hashtag-Kampagne #viennabuzzconcert läuft unter imlovinit24.com sogar weltweit so einiges ab, wie ihr hier sehen könnt. Auch wenn Mc Donald’s auf fast alle Kommentare ihrer eher anspruchsvollen Fans eingeht, machen sie es manchmal recht einfach, indem sie auf das Restaurant verweisen, sollte es sich um Beschwerden handeln, oder lediglich mit traurigen, zwinkernden oder busselnden Smileys antworten. 😐

Burger King hingegen fährt wieder mehr die preisliche Schiene mit Angeboten und Burgerwochen. Ab und zu gibt’s aber auch bei ihnen Burger mit Bussis oder Hüten, um ein wenig social zu werden. 😉

Vapiano postet eher produktbezogen und versucht die Fans in die Filialen zu holen. Besonders putzig finde ich die gelegentlichen Beiträge „hinter den Kulissen“ mit und von Mitarbeitern, zum Beispiel beim Pizza backen, oder Weihnachtsgrüße der einzelnen Filialen.

Subway gleicht nahezu einem Produktflyer, was sehr schade ist, da bis Anfang 2015 richtig nette Beiträge gepostet wurden (wenn auch im Abstand von ein bis mehreren Wochen), wie zum Beispiel kreative Kurzvideos, Vorstellungen einzelner Mitarbeiter, Tipps und unterhaltsame Wortspiele.

Wie (sehr) geht das Community Management auf Fanbeiträge ein?

Offensichtlich konzentrieren sich unsere Kandidaten mehr auf ihr schnelles Essen, als auf die schnelle Beantwortung ihrer Fanfragen- und anliegen. Einzig und allein Mc Donald’s bemüht sich rasch zu antworten, aber mindestens genau so sehr unerwünschte Beiträge einfach zu löschen … Als #Fanlover braucht man eben Geduld und eine dicke Haut, egal bei welcher Kritik. Nach dem Faux Pas, beliebte Burger gegen einen neuen auszutauschen, was einen Shitstorm zur Folge hatte, haben sie aber richtig reagiert und gutes Community Management bewiesen, indem sie einen der Klassiker zurückholten. Subway darf sich in diesem Ranking über unser Lob freuen. Nur ein Viertel der unerwünschten Beiträge wird gelöscht und kein Beitrag bleibt unbeantwortet! Wenn sie jetzt nur nicht so eine Schlaftablette wären… 😉 Die Sorgenkinder sind hier ganz klar Vapiano und Burger King. So viele Beiträge zu ignorieren bzw. zu löschen und die Fans fast einen Tag auf eine Antwort warten zu lassen, ist eher bedenklich.

Kostproben

Da fast alle unserer Kandidaten leider kaum Community Management betreiben, haben wir nur einen kleinen, aber feinen Fundus an Schmankerln für euch zubereitet.

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Smileys sagen mehr als tausend Worte! #not

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Auch solch einfach formulierten Beiträge soll man nicht ignorieren. Wozu denn dann ein Facebook-Auftritt?

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Und schon wieder … Mc Donald’s scheint es tatsächlich die Sprache verschlagen zu haben.

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Aber sie bringen einen doch auch ab und zu zum Schmunzeln. 😉

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Auch Vapiano schafft es mit Witz und Charme den Fans zu antworten.

Abschließend kann man also sagen, sollten zu viele Köche den Brei verderben, lässt man eben einen Teil davon mit den Kunden reden. Denn nur so weiß man, was sie sich wirklich erwarten und kann Shitstorms oder ein schlechtes Image vermeiden, und im Idealfall sogar Liebe ernten! 😉

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3 thoughts on “Fanlove geht durch den Magen

  • 16. April 2015 at 10:00
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    Servus! Ich bin bei McDonald’s Österreich für Social Media verantwortlich und freu mich natürlich, dass deine Analyse ein recht positives Ergebnis für uns bringt. Einziger Punkt: Wir löschen Beiträge nicht. Wir verweisen auf die Netiquette. Es gibt allerdings eine Ausnahme, bei der wir kompromisslos sind: Rassismus oder persönliche Beleidigungen gegen Kollegen, das akzeptieren wir natürlich nicht.

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    • 16. April 2015 at 11:31
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      Hallo Ursula, wir bezweifeln natürlich keine Sekunde lang, dass es einige Kommentare und Beiträge gibt, die gegen die Netiquette verstoßen (wir sprechen aus eigener Erfahrung ;)). Der Inhalt der gelöschten Beiträge lässt sich über das Analysetool leider nicht nachvollziehen, deshalb können wir uns nur auf den Anteil der gelöschten Beiträge beziehen, der laut dieser eben ziemlich hoch ist – zumindest im Zeitraum 01.01.2015 bis 23.03.2015. Tut uns leid, wenn das falsch rübergekommen ist.

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  • Pingback: #Fanlover-Fitnesstest | SPiNNereien

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