Hallo Mr. Chatbot!

Chatbots sind im Moment in aller Munde und viele Unternehmen arbeiten bereits mit Hochdruck daran, sich als „First Mover“ profilieren zu können. Ich habe mir ganz genau angesehen, was sie bereits können, wie man mit ihnen interagieren kann und welchen Mehrwert sie uns eigentlich bieten können.

First Things First: Was ist überhaupt ein Chatbot?

Chatbots sind komplexe Programme, die einen menschlichen Ansprechpartner simulieren sollen. Sie bestehen aus einer Text Ein- und Ausgabemaske, über die sich in natürlicher Sprache mit dem dahinterstehenden System kommunizieren lässt. Das heißt vereinfacht gesagt, dass Chatbots unter anderem eine Art persönliche Suchmaschine sind, die dem Konsumenten, aber auch dem Unternehmen eine Vereinfachung, zum Beispiel, des Kaufprozesses bieten können. Es gibt aber auch Anwendungen, wo man sich einfach, fast wie mit einem Freund, mit dem Bot Unterhalten kann, oder Chatbots, die kleine Arbeiten erledigen können, wie z. B. Filter über Bilder zu legen und Ähnliches.

Anhand unterschiedlicher Industrien und deren Best-Practice Beispielen lässt sich herausfinden, was denn im Moment State of the Art in diesem Bereich ist.


Die Tourismus Industrie: KAJAK
– Reisen über den Facebook Messenger suchen, planen und verwalten.

KAYAK bietet dem Konsumenten eine Auswahl verschiedener Ziele, basierend auf dem jeweiligen Reisebudget. Der Bot berücksichtigt dabei auch den idealen Reisezeitraum und liefert zeitnah Informationen zum Reiseablauf. Bis hin zur fertigen Buchung steht der Chatbot dem Konsumenten mit Rat und Tat zur Seite.

Hat man die Konversation mit KAYAK erst einmal gestartet geht der Spaß auch schon los: Bist du auf der Suche nach einem Flug, einem Hotel oder möchtest weitere Funktionen sehen?

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Durch Klick auf die jeweilige Schaltfläche geht es dementsprechend weiter.

Man kann sich auch ganz bequem mit seinem persönlichen KAYAK-Konto verbinden, in dem alle Details und Informationen gespeichert werden. Eine Registrierung erfolgt ganz einfach über das Facebook Profil.

Nun gut, weiter geht’s. Wir suchen ein Hotel in Jamaika. Der Bot fragt nach konkreten Details wie Anreisedatum und Aufenthaltsdauer. Haben wir ihm alles gegeben was er braucht und nun dauert es einige Sekunden, bis er uns in der Karussell-Ansicht mehrere Angebote, die man nach Belieben durchklicken kann, zeigt.

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Mit zwei weiteren Klicks hat man das Ganze auch schon gebucht.

Sucht man einen Flug, so funktioniert es ganz genauso. Der einzige Unterschied: der Bot sortiert die verfügbaren Flügen bereits in Kategorien:

  • Bestes Preis-Leistungsverhältnis
  • Kürzester Flug
  • Billigster Flug

Besonders hilfreich ist auch die Möglichkeit „Weitere Optionen“. Der Bot bietet uns wieder verschiedene Möglichkeiten an:

„Du kannst mich auch nach „Aktivitäten“, „Mietwagen“, „Wohin kann ich für 500 Euro reisen“, oder „Wann ist die beste Zeit für Flüge nach New York“ fragen.“

Wir probieren es einmal mit „Aktivitäten Kingston Town“ und siehe da, der Bot spuckt ein Angebot nach dem anderen aus. Von der „City Boat Tour“ über eine „Kingston Heritage Tour“ bis hin zum „Bob Marley Museum“ erfährt man alle Details, sowie den Preis. Ein paar Klicks und wir haben auch schon gebucht. Hut ab!

Fazit: 

KAYAK ist beeindruckend – eine Reise zu buchen wurde im Laufe der letzten 100 Jahre immer einfacher und einfacher. Checkfelix, Trivago & Co haben den Buchungsprozess zusätzlich in den letzten Jahren vereinfacht, aber dieser Chatbot setzt noch einen drauf. Ich würde es fast das personalisierte Reise-Google nennen. Aber nur fast, da der Bot keine Information zu dem Reiseziel geben kann. Die Locations-Suche, Hintergrundrecherche und ähnliche Dinge bleiben dann doch noch einem selbst überlassen. Man kann ja nicht alles haben, oder in Zukunft vielleicht doch?


Die Medienindustrie: CNN
– Lies nur, was dich auch wirklich interessiert

Der Chatbot von CNN war einer der ersten seiner Art und viele andere Bots sind seinem Beispiel gefolgt. Der Mechanismus könnte kaum einfacher sein – man gibt ein Schlagwort ein und CNN kramt einen oder mehrere Artikel aus seinem Repertoire.
Hat man einmal mit dem Bot geschrieben, so meldet er sich täglich mit topaktuellen Stories, die erst vor wenigen Minuten online gegangen sind.

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Auch bei diesem Bot gibt es zu Anfang wieder unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten. Wie der Name „Top Stories“ schon verrät, erhält man hier die wichtigsten Nachrichten des Tages. Die 2. Funktion „Stories for you“ ist ausgesprochen interessant. Diese Funktion schickt Nachrichten basierend auf den Artikeln, die man sich in der Vergangenheit durchgelesen hat und anhand der eingegebenen Schlagworte. Der CNN Bot bietet somit Nachrichten, die für jeden einzelnen perfekt zugeschnitten sind. Und der Selbsttest beweist: Es funktioniert hervorragend!

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Fazit:

Ich habe den Bot nun seit mehreren Wochen „abonniert“ und bin sehr zufrieden mit den Nachrichten, die er mir übermittelt. Wie versprochen erhält man täglich die Top-Story des Tages. Dabei muss man auch keine Zeitungen mit sich rumschleppen oder online suchen – zugegebenermaßen ist es kein großer Zeitaufwand, sich seine Stories online zu holen, aber warum „kompliziert“, wenn es noch viel einfacher geht. Keine Werbung – kein Branded Content nur ganz einfache benutzerdefinierte Nachrichten.

 

Die Gesundheitsindustrie: HealthTab – Hallo mein Name ist Dr. Chatbot

Ganz ehrlich, ein „Roboter Arzt“ ist schon eine ganz schön dubiose Sache. Gerade wenn es um die Gesundheit geht, will niemand halbe Sachen machen. Fehlinformationen oder Diagnosen können ganz schnell sehr gefährlich werden und sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Und bestimmt kennt jeder Dr. Google. Ein Symptom in der Google-Suche eingegeben und schon hat man diverse Formen von Krebs – zumindest laut Dr. Google.

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Gleich zu Beginn der Konversation macht uns der Bot unmissverständlich klar, dass er kein Arzt ist: „HealthTab answers are informational & not personal medical advice.“ Bevor es weitergeht muss man auch mit den Bedingungen einverstanden sein.
In den Geschäftsbedingungen wird dann noch einmal ganz klar gestellt: „HealthTab is not your doctor!“ „We don’t provide Diagnosis, Treatment or Prescription.“

An dieser Stelle frage ich mich, welchen Mehrwert mir der Bot bringt – naja, sehen wir mal weiter.

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Nun kommt es ganz darauf an, welche Frage gestellt wird. Entweder gibt der Bot mehrere ähnliche Fragen zur Auswahl und man kann bestimmen, welche der eigenen am nächsten kommt. Klickt man dann auf „See answer“ sehen wir, was die Ärzte von HealthTap auf diese Frage geantwortet haben. Hier ist nun das erste Mal von richtigen Ärzten die Rede.

Auf die Frage, ob die Antwort hilfreich war gibt es wieder 3 Auswahlmöglichkeiten. Eine davon ist „Ask your Doctor Now“. Mit einem Klick auf die Schaltfläche wird man direkt auf die „HealthTap Prime“ Seite weitergeleitet. Hier kann man sofort per Videochat über das Smartphone oder PC mit einem Arzt sprechen. Ein Gespräch kostet dabei aber $ 24.99. Über diese Funktion können sogar Medikamente verschrieben werden.

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Möglichkeit #2: Kennt der Bot die Frage noch nicht, so dauert es in der Regel einen Tag bis man eine Antwort bekommt. Diese Antwort kommt dann tatsächlich von einem oder mehreren der 100.000 Topärzten Amerikas:

„Your question has been sent to our network of over 100,000 top U.S. doctors! Most questions are answered within a day. We’ll send you a notification here when a doctor responds.“

Fazit:

Meine Haltung gegenüber HealthTab ist noch etwas skeptisch. Ein Arztbesuch wird immer die beste Option bleiben. Bei ernsten Beschwerden oder Erkrankungen sollte man darauf definitiv NICHT verzichten. Bei kleinen Wehwehchen oder Fragen zu gewissen Themen kann der Bot aber durchaus hilfreiche Tipps geben. Der Bot an sich ist aber nur das Mittel zum Zweck. Die Fragen wurden ursprünglich von echten Ärzten beantwortet. Das ändert aber nicht allzu viel an der Tatsache, dass selbst ein Arzt aus der Entfernung schwer eine seriöse Diagnose abgeben kann. Egal ob per Videochat oder Texteingabe. In unklaren Fällen weißt der Bot bzw. der Arzt aber darauf hin, dass der Patient am besten direkt in die Praxis vorbeikommen sollte.
Außerdem beinfindet sich der Bot in einer gesetzlichen Grauzone. Hier ein Auszug aus den Facebook Richtlinien: „Gesundheit: Verwende Messenger nicht, um direkte Unterhaltungen zwischen Menschen und Anbietern von Gesundheitsleistungen zu ermöglichen oder um Patientendaten von Gesundheitsanbietern zu senden oder zu erfassen.“
Letzten Endes ist das genau das, was der Bot macht.

 

Produktberatung – chatShopper Emma dein persönlicher Fashion Berater vs. EbayShopbot

Hallo Emma!

Zu Beginn des Gesprächs erfährt man zunächst was Emma so drauf hat. Sie selbst bezeichnet sich als persönlichen Fashion-Shopping-Assistent.

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Emma reagiert auf Schlagworte anhand derer sie diverse Angebote aus dem Netz sucht und sie dann in der Karussell-Ansicht anzeigt. Gefällt das Produkt, so wird man durch einen Klick auf „Details & Kaufen“ direkt auf die Homepage des Anbieters weitergeleitet.

Es gibt auch die Möglichkeit das Produkt zu teilen, wobei hier die Sinnhaftigkeit, meiner Meinung nach, fraglich ist.

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Die Suchoption ist aber leider noch nicht sehr ausgereift. Emma unterscheidet nicht, ob man männlich oder weiblich ist. Gerade als „Fashion-Assistent“ sollte sie Geschlechterspezifisch unterscheiden können. Selbst wenn man an das jeweilige Schlagwort z. B. „für Männer“ anhängt, kann sie die Anfrage leider nicht auswerten.

Dafür gibt es aber andere durchaus hilfreiche Möglichkeiten. Man kann spezifisch nach Marken, Farben und Maximalpreis suchen.

 

Schön dich kennenzulernen, Mr. Shopbot!

Der Name ist Programm: Der Ebay Shopbot hilft dir beim Shoppen und scheinbar hat er es recht eilig, denn bevor wir noch ein wenig Smalltalk geführt haben, bietet er mir schon etwas an: Eine Kollektion die von eBay Experten zusammengestellt worden ist. Etwas forsch, aber zur Weihnachtszeit gar nicht so unklug. Wir wollen von all dem aber nichts wissen und suchen nach einer Armbanduhr.

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Auch Shopbot reagiert, wie sein Pendant Emma, auf Schlagworte anhand derer er diverse Angebote aus dem Netz sucht und sie dann in der Karussell-Ansicht anzeigt. Er hält sich dabei aber nicht lange mit oberflächiger Recherche auf, sondern bohrt gleich tiefer. Welche Marke? Welches Material? Funktionier soweit ganz gut.

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Wir versuchen es etwas spezifischer, aber dann ist der Bot recht schnell überfordert. Scheinbar kann er nicht zwischen Männlein und Weiblein unterscheiden.

Sucht man ein und dieselbe Marke in einem anderen Kontext, kommt es leider auch schon zu Schwierigkeiten. Im Segment „Watch“ findet er die gesuchte Marke ohne Probleme. In der Kategorie „Wristwatches“ findet er leider rein gar nichts. Interessant, da diese Marke ausschließlich Armbanduhren produziert.

 

Fazit: Emma vs. Shopbot

Beide Bots bieten eine hervorragende Möglichkeit sich inspirieren zu lassen. Beide helfen bei der Recherche und lassen dich nicht im Regen stehen. Subjektiv gesehen ist der Hauptunterschied der beiden Bots, dass Emma menschlicher als ihr Pendant wirkt. Wohingegen Shopbot dafür lösungs-, bzw. serviceorientierter agiert. Leider haben aber beide Bots noch Schwächen. Am meisten aufgefallen ist, dass es beide nicht schaffen zwischen Mann und Frau zu unterscheiden, was, wenn wir uns ehrlich sind, echt nervt. Wenn ich etwas für mich suche, so möchte ich ausschließlich Artikel und Produkte für Männer sehen. Suche ich z. B. ein Geschenk für meine Freundin möchte ich nicht mit Produkten für Männer aufgehalten werden. Das gleicht dann, überspitzt formuliert, ein wenig der wohlbekannten Suche der Nadel im Heuhaufen.
Objektiv betrachtet sind die beiden Bots fast identisch – der Unterschied ist, dass Emma nur ein Fashion Berater ist. Shopbot kann auf sämtliche Produkte zugreifen, die auf Ebay erhältlich sind.

 

Conclusio:

Die getesteten Bots sind im Großen und Ganzen schon recht beeindruckend. Trotzdem merkt man, wir sind noch am Beginn einer langen Reise.

Alles in allem sind wir guter Dinge, dass uns Chatbots in den nächsten Jahren einen großen Teil unserer Arbeit abnehmen können. Die Auswahlmöglichkeit ist zum heutigen Tag schon unfassbar enorm. Jedoch muss man sich hier die Frage stellen, welcher der Bots auch zielführend und relevant ist. Denn wie heißt es so schön „Qualität vor Quantität“ – das trifft in dem Fall ganz besonders zu.
Das wichtigste Kriterium bei Chatbots ist eine angenehme Persönlichkeit unter Beibehaltung des menschlichen Touchs – und trotzdem offen und ehrlich kommunizieren, dass es sich hier um einen Bot handelt. Viele Kunde stört es nicht, dass sie nicht mit einem Menschen interagieren, solange sich das Gespräch natürlich anfühlt. Dabei darf die Funktionalität nicht zu kurz kommen – sprich: „Kann der Bot mein Bedürfnis, ohne großen Aufwand, befriedigen?“


Zum Schluss noch ein paar Random Facts:

Fact #1:

Im Juni 2016 wurden pro Unterhaltung 9,81 Nachrichten versendet. Die Unterhaltungsdauer betrug 68 Sekunden.
Im Juli 2016 wurden pro Unterhaltung 12,62 Nachrichten versendet. Die Unterhaltungsdauer betrug 139 Sekunden.

Im August 2016 wurden pro Unterhaltung 12,18 Nachrichten versendet. Die Unterhaltungsdauer betrug 160 Sekunden (die Zahlen beziehen sich auf Facebook Messenger Bots).

Fact #2:

Auf dem Facebook Messenger gibt es insgesamt bereits über 11.000 verschiedene Chatbots.

Fact #3:

Chatbots sind nicht die „Latest-Fashion“. Der allererste Chatbot, mit dem Namen ELIZA, wurde bereits 1966 entwickelt.

Ein Blick in die Zukunft:

Hofburgwahl 2016 Reloaded: Wer gewinnt den Social Media Wahlkampf?

2016 könnte als „Jahr des Social-Media-Wahlkampfes“ in die Geschichtsbücher eingehen. Nicht nur beim Match um das Weiße Haus zwischen Hillary Clinton und Donald Trump waren wir Dank Facebook und Co. mitten im Geschehen. Auch im historisch längsten Wahlkampf um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten spielten die sozialen Netzwerke eine zunehmend größere Rolle. Kurz vor dem nächsten Wahlgang analysieren wir noch einmal, ob Alexander Van der Bellen oder Norbert Hofer in den vergangenen Wochen die bessere Social-Media-Performance ablieferte.

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Efficient Consumer Response – Digital Edition

Im April dieses Jahres trat ECR Austria mit einem ganz besonderen Vorhaben an uns SPiNNer heran. Die Neuauflage des Buches „ECR Efficient Consumer Response – Standards, Prozesse und Umsetzungen“ von Herbert Kotzab und Arnold Christian Steinbrecher mit über 280 Seiten soll in digitaler Form umgesetzt werden. Für uns ein neuartiges und spannendes Projekt.

Die Anforderungen an die ECR Digital Edition waren ganz klar:

  • Optimale Struktur und eine ansprechende Aufbereitung der Inhalte.
  • Schwarz auf Weiß Gedrucktes muss künftig Farbe zeigen.
  • Bereits in der Print-Ausgabe in umfangreicher Form abgebildete Grafiken sollen überarbeitet und in einem einheitlichen Stil in die ECR Digital Edition übernommen werden.
  • Inhalte sollen jederzeit rasch auf den aktuellsten Stand gebracht werden können und die Produktion von Neuauflagen der Print-Ausgabe somit der Vergangenheit angehören.

Das neue Produkt muss allerdings mehr können als „nur“ ein herkömmliches Buch sein. Die Vorteile des Webs sollen genutzt und somit auch informative Videos und Downloadmöglichkeiten für den Leser bereitgestellt werden.

Nun, wie herangehen an dieses Projekt?

Das Setzen eines Buches mittels browser-basierender Web-Technologien stellt eine ganz besondere Herausforderung dar, wird doch eine Webseite auf den verschiedenen Devices wie Smartphones, Tablets oder Desktop-Geräten unterschiedlich angezeigt. Die Vielfalt an Displaygrößen und Browsern nimmt laufend zu. Die Kunst liegt darin, es jedem Interessierten zu ermöglichen, das digitale Werk ohne Auftreten von Fehlern nutzen zu können. Die Anordnung und Darstellung einzelner Elemente, wie zB. der Navigation, müssen bedienbar und der Inhalt der Lektüre mit allen gängigen Hard- und Softwarekombinationen im Kontext bleiben. Das alles stellt Design und Technik vor komplexe Aufgaben.

Das Projektteam, bestehend aus unserem Art Director Roland, den Developern Matthias, Markus und David sowie mir als zuständigen Leiter des Projekts, stürzte sich in die erste von vier festgelegten Phasen.

Phase 1 – Konzeption und grafische Umsetzung

Auf Basis eines Probekapitels entwarf Roland verschiedene Content Bands, die später für die Darstellung der unterschiedlichen Inhaltstypen wie Texte, Bilder oder Multimedia eingesetzt werden sollten. Er machte sich Gedanken über eine sinnvolle Navigation und nahm somit die Hauptrolle bei der Setzung der ECR Digital Edition ein. Er fertigte Screendesigns an, um die einzelnen Ansichten auf den gängigsten Endgeräten zu verbildlichen. Alle Anforderungen an das Produkt müssen erfüllt werden und schlussendlich das Design technisch umsetzbar sein. Anhand der ersten im Probekapitel vorkommenden Grafiken ist ein neuer Stil für diese entstanden, der sich künftig durch die gesamte Webseite zieht.

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Phase 2 – Digitale Umsetzung des Probekapitels

Nachdem die Grafiken ausgearbeitet waren, gingen wir in die Phase 2 des Projekts über. Hier kamen Matthias, Markus und David so richtig ins Spiel. Das Probekapitel sollte testweise digitalisiert werden. Erste technische Vorbereitungen wurden bereits in der ersten Phase durchgeführt. Nun stand aber vor allem die Programmierung der Content Bands auf der ToDo-Liste und als diese geschaffen waren, konnte die Contentbefüllung, also das Einfügen der Inhalte wie Texte und Grafiken oder die Einbindung von Download-Dateien in das nun digital entstehende System, erfolgen. Nach Abschluss dieser Phase war es möglich, uns erstmals ein Bild zu machen, wie die ECR Digital Edition auf den Displays aussehen wird. An dieser Stelle wurden wir auch in unserer Annahme bestätigt, dass gerade das Setzen des Buches für das Web ganz besondere Überlegungen erfordert.

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Das fertiggestellte digitale Probekapitel wurde nochmals von allen Beteiligen kritisch unter die Lupe genommen. Nachdem dieses bei uns SPiNNern und vor allem beim Kunden Gefallen gefunden hat, war es soweit: Die arbeitsintensivste Phase 3 konnte beginnen.

Phase 3 – Umsetzung der ECR Digital Edition

Die für die Neuauflage überarbeiteten und lektorierten Texte wurden uns etappenweise vom Kunden bereitgestellt. Gleichzeitig wurde auch entschieden, welche Grafiken neu gestaltet und welche Bilder, Download-Dateien und Videos online eingesetzt werden. Im Zuge des gesamten Projekts wurden rund 70 Grafiken und über 130 Icons produziert.

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In den folgenden Monaten wurden die neuen Inhalte Kapitel für Kapitel ins Backend der ECR Digital Edition übernommen. Wie bereits zu Projektbeginn von uns vermutet, musste während der Contentbefüllung da und dort grafisch und technisch nachjustiert werden. Gleichzeitig wurden Sonderseiten, wie die Startseite, das Glossar oder die Autorenseite grafisch aufbereitet und technisch umgesetzt.

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Danach war es vollbracht – oder sagen wir fast vollbracht. Die ECR Digital Edition musste noch auf Herz und Nieren untersucht werden.

Phase 4 – Browser-Testing

Um sicherzugehen, dass die ECR Digital Edition auch tatsächlich auf den verschiedensten Devices sowie den gängigsten Browsern richtig angezeigt wird, haben SPiNNer in enger Kooperation mit dem Kunden auf verschiedenen Testgeräten mit unzähligen Klicks und Swipes die bunten Seiten nach eventuellen Funktions- und Darstellungsfehlern durchforstet. Funktionieren die Downloads? Werden die Videos geladen? Arbeitet die implementierte Suchfunktion einwandfrei? Eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit bei einer so umfangreichen Webseite.

Die ECR Digital Edition konnte planmäßig fertiggestellt und im November beim ECR Austria Infotag 2016 vor rund 500 Vertretern der gesamten Konsumgüterbranche präsentiert werden und fand großen Anklang. Durch die Veröffentlichung der Webseite stellt ECR Austria Personengruppen wie Professoren und Studenten, aber auch allen anderen Interessierten kostenlos wertvolle Informationen zur Verfügung.

Überzeugt euch doch selbst von unserem SPiNNWERK: ecr.digital

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How to become a #Fanlover in 30 days – aka. mein erster Monat im SPiNNWERK

Es heißt doch immer, der erste Eindruck ist am Wichtigsten. Nun ja, mir war bereits nach den ersten 30 Sekunden im SPiNNWerk klar: Hier find ich’s toll! Noch nie wurde ich an einem ersten Arbeitstag so herzlich willkommen geheißen. Die Teamliebe liegt praktisch in der Luft. Als ich dann noch erfahren habe, dass die Eistruhe in der Küche für alle Mitarbeiter ist, wollte ich schon gar nicht mehr nach Hause gehen.

 

Nach 30 Minuten und viel zu vielen neuen Namen ging’s dann auch endlich los: Jetzt wird gearbeitet! Ein guter Fanlover zu sein, will nämlich gelernt sein. Wie antwortet man auf Beschwerden, wann sind Smileys erlaubt und warum haben die in der Schweiz kein „ß“? Fragen über Fragen, die mir alle in den nächsten Tagen und Wochen noch beantwortet werden sollten.

Auch wenn der Spruch „Man lernt nie aus“ definitiv der Wahrheit entspricht, sollte man zwischendurch auch mal durchatmen und genießen, dass man in kurzer Zeit schon Vieles erreicht hat.

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30 Stunden später hatte ich meine erste Arbeitswoche hinter mir und war bereits um einige Erfahrungen reicher. Ich habe gelernt, dass „Kill them with kindness“ das einzig wahre Motto ist, wenn es um Community Management geht, dass man ein Magnum immer zuerst in Wasser tauchen muss, bevor man es fotografieren kann und dass ich die Hunde meiner KollegInnen am liebsten alle mit nach Hause nehmen würde.

Um etwas zu lernen, muss man es tun, bevor man es kann.

Mittlerweile sind mehr als 30 Tage vergangen und obwohl ich mich schon wie eine echte SPiNNerin fühle, muss ich noch eine Menge lernen. Zum Beispiel, wie man ein Basilikumblatt mit der Pinzette richtig auf einem Nudelgericht platziert und dass grünes Pesto auf Fotos einfach nicht so leiwand ausschaut. Aber hey, Food Photography ist eben eine Wissenschaft und wenn ich eines liebe, dann sind es neue Herausforderungen!

US-Wahl 2016: Wer gewinnt den Social-Media-Wahlkampf?

Während Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen erneut Mitten im Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten stehen, gibt es in den USA bald die Entscheidung darüber, wer als nächstes Staatsoberhaupt in das Weiße Haus einziehen wird. Sowohl Hillary Clinton für die Demokraten, als auch Donald J. Trump für die Republikaner haben in den letzten Wochen (nicht immer positiv) für Aufmerksamkeit gesorgt. Dementsprechend schwanken die Umfragen bis zum Schluss. Doch wer punktet besser in den sozialen Netzwerken?

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Blogger Relations: Starke Marken brauchen starke Multiplikatoren!

Influencer Marketing, Multiplikatoren Marketing, Blogger Relations: Ein Themengebiet mit sehr viel Potenzial, wenn es richtig angegangen wird. Mit mehr Professionalisierung auf seitens Unternehmen und Blogger kann es zu schönen Ergebnissen führen, zu einem perfekten Mix der Unternehmenskommunikation mit Mehrwert für beide Seiten. Read more

Ms. or Mr. Moneypenny aka Assistent Finance (m/w) gesucht

Wir sind eine wachsende Online-Marketing-Agentur im 4. Bezirk und suchen zur Unterstützung der Geschäftsführung eine/n AssistentIn für den Bereich Finanzen auf 20 bis 40 -Stundenbasis.

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Welche Aufgaben Dich erwarten:

  • Laufende Buchhaltung samt Abschlüssen
  • Laufende Rechnungslegung
  • Forderungsmanagement
  • Erstellung des laufenden Reportings
  • Kommunikation mit Steuerberater, Banken
  • Budgetierung
  • Analyse von Planabweichungen und Kostencontrolling
  • Weiterentwicklung der kaufmännischen Prozesse
  • Liquiditätsmanagement
  • Unterstützung der Geschäftsführung

Idealerweise kannst du hohe Präzision und Zuverlässigkeit mit SPiNNerei verbinden, bist Online Marketing interessiert und weißt was Facebook, Twitter & Co sind.

Was wir dir bieten:

  • Ein buntes, liebenswürdiges und äußerst sympathisches (ganz objektiv gesehen natürlich) Team im 4. Bezirk
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Erfolgsprämie
  • Eine Eskimo Eistruhe mit gratis Eis #juhu
  • Der Kollektivvertrag Werbung und Marktkommunikation sieht für diesen Job ein monatliches Bruttogehalt von mindestens € 1.684,00 (40h/Woche) vor, wir bezahlen fürsorglichen Wunderwuzzis aber bei entsprechender Qualifikation und Engagement aber gerne mehr.

Wenn du jetzt Lust bekommen hast ein Teil des SPiNNWERKs zu sein, melde dich bei uns mit deiner aussagekräftigen Bewerbung inkl. CV an ichspinne@spinnwerk.at

Für wen wir SPiNNen und mehr über uns findest du hier.

Agentur-Mama/Papa aka HR Assistent (m/w) gesucht

Wir sind eine wachsende Online-Marketing-Agentur im 4. Bezirk und suchen zur Unterstützung der Geschäftsführung eine/n AssistentIn für den Personalbereich auf 20-Stundenbasis.

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Welche Aufgaben Dich erwarten:

  • Vorbereitung und Sicherstellung der ordnungsgemäßen Gehaltsabrechnung
  • Administration der Zeiterfassung einschließlich Abwesenheitsverwaltung
  • Überprüfung und bei Bedarf Richtigstellung der Abrechnungen
  • Klärung von Abrechnungsfragen
  • Personalverwaltung
    • Erstellung und Verwaltung von Dienstverträgen samt Änderungen
    • Weiterentwicklung der Dienstverträge
    • Verwaltung der Personalakten
    • Durchführung von Avisoanmeldungen
    • Laufendes HR-Reporting
  • Unterstützung der Geschäftsführung

Idealerweise kannst du hohe Präzision und Zuverlässigkeit mit SPiNNerei verbinden, bist Online Marketing interessiert und weißt was Facebook, Twitter & Co sind.

Was wir dir bieten:

  • Ein buntes, liebenswürdiges und äußerst sympathisches (ganz objektiv gesehen natürlich) Team im 4. Bezirk
  • Selbstständiges Arbeiten
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  • Der Kollektivvertrag Werbung und Marktkommunikation sieht für diesen Job ein monatliches Bruttogehalt von mindestens € 1.684,00 (40h/Woche) vor, wir bezahlen fürsorglichen Wunderwuzzis aber bei entsprechender Qualifikation und Engagement aber gerne mehr.

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Zauber aus der Hosentasche

Im Kosmos der Apps und Gerätefunktionen unserer Mobiltelefone finden sich immer neue, überraschende Möglichkeiten für Foto- und Videoeffekte. Das liegt zum einen an den Smartphones, die immer mehr Rechenleistung und bessere Kameras haben und zum anderen daran, dass Bewegtbildformate in den sozialen Medien besonders gut funktionieren.

Hier zeigen wir Euch eine kleine Auswahl die wir getestet haben.

Zeitlupe

Der Effekt Zeitlupe ist in allen iPhones die iOS7-Kompatibel sind und auf den meisten aktuellen Android-Geräte verfügbar. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen echten Zeitlupen (Videoaufnahmen mit mindestens 60, besser 120 Bildern pro Sekunde) und gerenderten Zeitlupen (Frame-Wiederholung). Für Geräte, die das hardwareseitig nicht leisten können gibt es Apps die den Zeitlupen-Effekt simulieren (Thema Bildfrequenz).

Was an der iOS-internen-App besonders schön ist: es kann ein Start- und Endpunkt des Effekts definiert werden. Dort gibt es einen weichen Übergang von normaler in SlowMo-Geschwindigkeit. Bemerkenswert ist außerdem, dass der Ton mitläuft.

Für Zeitlupen-Aufnahmen sind Clips mit Flüssigkeiten gut geeignet. Schnell bewegte Gesichter können in Zeitlupe betrachtet zu wiehernden Lachanfällen führen.

 

Boomerang

Instagram ist mit mehreren kostenlosen Ergänzungs-Apps am Markt, die sich wunderbar mit der Mutter-App verstehen aber auch ohne diese funktionieren. Boomerang ist spezialisiert auf den „Vor-Zurück-Effekt“.

Hat man sich ein bisschen an die kostenlose App gewöhnt, schafft man es auch den Auslöse-Knopf im richtigen Augenblick zu drücken. Besonders beliebt: Clips mit Flüssigkeiten (jemand springt in einen Pool, ein Getränk wird eingeschenkt, etc.) und Menschen in Bewegung (Kopfstand, Hüpfen, Tanzen, etc.).

Zur Wiedergabe ist Facebook oder Instagram gut geeignet, da sie diese Clips in Endlos-Schleife abspielen. Der Clip den die App selbst ausgibt besteht aus drei Wiederholungen. Das Format und die Dateigröße sind bereits für den Upload auf die Plattformen optimiert. Hier stellt Instagram die App vor

 

Zeitraffer 

Die Funktion Zeitraffer oder Timelapse ist in auf meisten aktuellen Smartphones integriert und geht den Weg der Zeitlupe genau andersrum. Das hier gezeigte Beispiel filmt mit nur 2 Aufnahmen pro Sekunde, die dann mit einer normalen Bildrate abgespielt werden. So ergibt sich eine Wiedergabe in 15-facher Geschwindigkeit.

Hierbei bieten sich Motive wie Wolkenverlauf oder Straßenverkehr an. Mit einem Stativ und viel Zeit kann man auch die Entwicklung einer Pflanze oder eines Hausbauprojektes festhalten.

Für Neugierige, die tiefer in das Thema einsteigen wollen, bieten sich Apps (zB Timelapse Pro) an, die die Anzahl der Aufnahmen pro Sekunde und die Abspielgeschwindigkeit variieren können.

Die Hyperlapse-App von Instagram (hier der Blogbeitrag von Instagram dazu) kombiniert die Zeitraffer-Funktion mit einer cleveren Bild-Stabilisation, die das herumgehen oder fahren mit der Kamera ermöglicht, ohne das dem Betrachter schwindelig wird. Hier eine Alternative für Android-User.

 

Flixel (AKA Cinemagraph)
Hier handelt es sich um eine App, die mit einem Maskierungseffekt arbeitet und damit erlaubt, stehende Bilder mit partiellen Bewegtbild-Bereichen anzulegen.

Diese App erfordert etwas mehr Geduld und Aufwand als die zuvor genannten, ermöglicht dafür aber eine verblüffende Vielfalt an Effekten. Als Beispiel ein Cinemagraph des Brunnens am Mozartplatz, in dem sich nur die Wasserstrahlen und ein Teil der Oberfläche bewegen.

Auch hier ist das Abspielen im Loop wichtig um den Effekt begreifen und genießen zu können. Eine Umwandlung in ein Gif bietet sich an.

Die kostenlose Version der App legt ein Wasserzeichen auf die produzierten Clips. Falls Ihr die App nicht auf Anhieb findet, versucht es im amerikanischen Appstore.

 

Wir freuen uns wenn wir Euer Interesse an diesen Apps und Funktionen geweckt haben und freuen uns noch ein bisschen mehr, wenn wir Eure Ergebnisse bewundern dürfen 🙂

Food Photography

Nicht nur auf Food Blogs wird viel Wert auf die ansprechende Darstellung von Essen gelegt. Auch im Agentur-Alltag wird dieses Thema immer relevanter. Sei es bei Shootings für Kunden oder beim Fotografieren des Office-Lunches für unsere Instagram-Accounts. Es muss nicht nur gut schmecken, sondern auch großartig aussehen. Deshalb hab‘ ich mir mal so meine Gedanken über die hohe Kunst der Food Photography gemacht (mit höchst wissenschaftlicher Herangehensweise natürlich) und verrate euch meine Tipps und Tricks um das Beste aus euren Fotos herauszuholen:

Es werde Licht (aka künstliches Licht ist Pfui)!

Die wirklich wichtigen Dinge zuerst: Das richtige Licht ist bei Food Photography so ziemlich das Wichtigste. (Ich gehe jetzt mal davon aus, dass allen klar ist, dass die unangefochtene Nr. 1 auf der Wichtigkeits-Skala schönes Essen ist. Sonst würde man es ja auch nicht fotografieren wollen.) Was bedeutet richtiges Licht eigentlich? Ich könnte euch jetzt einen einstündigen Exkurs über die Vorteile einer nach Norden ausgerichteten, diffusen Lichtquelle geben. Könnte ich, tu ich aber nicht. Denn die wirklich wichtigen Dinge sind schnell zusammengefasst:
Für Food Photography sind künstliche Lichtquellen nicht geeignet, soll heißen: weder die Halogen-Strahler über dem Herd (zu kühles Licht), noch die Hängeleuchte über dem Esstisch (zu warmes Licht) lässt Essen gut aussehen. Natürliches Licht ist euer bester Freund! Ganz besonders gut funktioniert diffuses natürliches Licht. Soll heißen: Am Besten fotografiert ihr eure essbaren Kunstwerke vor einem Fenster. Bei direkter Sonneneinstrahlung empfiehlt es sich, das Fenster mit einem weißen Leintuch o.Ä. zu verhängen um harte Schatten zu vermeiden.
Hierzu eine Info von mir für euch: Jedes Mal wenn ihr euer Essen mit direktem Blitz fotografiert, stirbt ein Babykätzchen. Wollt ihr das wirklich verantworten?

 

Processed with VSCO with s1 preset

 

Requisiten sind dein Freund (übertreib es nur nicht)! 

Hier gilt das Motto weniger ist mehr! Requisiten wie Besteck, Servierplatten, Blumen oder Servietten machen ein Foto erst so richtig stimmig. Wichtig ist hier aber, dass die verwendeten Utensilien auch einen Bezug zum abgelichteten Gericht haben. Deshalb bestehen meine Props in den meisten Fällen aus Zutaten, die im Gericht verwendet wurden, verschiedenen Stoffservietten oder Tüchern, schönen Holzbrettern und natürlich dem passenden Geschirr und Besteck. Ich persönlich finde es immer besonders ansprechend, wenn die verwendeten Requisiten so aussehen, als hätten sie eine Geschichte. Deshalb kaufe ich meine Foto-Utensilien meistens in Second Hand- Geschäften oder auf Flohmärkten.
Ich versuche immer verschiedene Materialien und Oberflächenstrukturen in mein Bild einzubauen: Holz, Leinen, weißes Porzellan und gebrauchtes Besteck ist meine derzeitige Lieblingskombo. Scheut euch auch nicht davor ein bisschen „Unordnung“ zu schaffen. Ein paar Brösel hier und da wirken oft Wunder, denn sie geben dem Bild Charakter!

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Ein bisserl Nachhelfen gehört dazu!

Wenn wir schon beim Thema Brösel sind: ich gestehe, meine Brösel werden nicht durch Zufall verteilt. Das erledige ich mit einer Pinzette. Bevor man mich jetzt für verrückt hält, erkläre ich euch wieso: Nicht jedes Gericht sieht von alleine so aus, wie auf Food Photos. Sehr oft steckt Einiges an Arbeit dahinter um ein Motiv perfekt aussehen zu lassen. Da kann es schon mal passieren, dass während des Fotografierens der Salat beginnt trocken auszusehen oder die Entenbrust nicht mehr ganz so glänzt wie frisch aus der Pfanne. Deshalb habe ich immer ein paar kleine Helferlein parat um mein Essen auch nach stundenlangem Shooten noch frisch aussehen zu lassen:

  • neutrales Pflanzenöl (z.B. bei Fleisch und Fisch)
  • Wasser (z.B. bei Salaten)
  • Honig/ Ahornsirup (z.B. bei Süßspeisen)
  • Pinzette
  • Pinsel
  • Sprühflasche
  • Wattestäbchen/ Wattepads

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Auch Essen hat seine Schokoladenseite! 

Ich fotografiere meine Gerichte immer aus den verschiedensten Winkeln und Entfernungen. Als ich mit der Food Photography begann, habe ich teilweise 200-250 Fotos zu einem Motiv geschossen. Inzwischen reichen mir 40-50 Fotos um sicherzugehen, dass ich das Gericht aus jedem Winkel bestmöglich abgelichtet habe. Hierbei habe ich festgestellt, dass auch Essen seine Schokoladenseite hat. Was ich damit meine? Nicht jedes Gericht funktioniert aus jedem Winkel. Manchmal sieht ein Top Shot einfach nur zum Niederknien aus, manchmal lässt es das Motiv aber auch flach und uninteressant wirken. Wichtig ist, bei jedem Gericht verschiedenste Positionen auszuprobieren um während des Fotografierens festzustellen, was funktioniert und was eben nicht. Ich persönlich fotografiere gerne einen Top Shot – einen Shot aus einem 45°-Winkel und einen Frontalen. Nicht zu vergessen sind Detailaufnahmen des Motivs, denn die zeigen nicht die Textur des Gerichts, sondern machen auch Lust direkt einen Bissen zu essen. Ich präsentiere Beweisstück A:

Rhabarberkompott_collage_1

 

 Nachbearbeitung 

Die brutale Wahrheit ist: Nachbearbeitung holt das Beste aus euren Fotos raus. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die einen riesigen Unterschied machen. Ein bisschen Helligkeit hier, ein bisschen Sättigung da – et voila: eure Fotos strahlen! Es gibt unzählige Bildbearbeitungsprogramme, aber für Food Photography eignen sich Lightroom und Photoshop wohl am Besten. (Wobei ich mich ja zu Team Lightroom zähle – das simple Handling ist einfach unschlagbar!) Darüber hinaus gibt es natürlich auch Gratis-Programme wie z.B. Picmonkey.com. Wenn ihr eure Food Photos auf eurem Smartphone bearbeiten möchtet um sie insta-worthy zu machen, dann ist die VSCO-Cam der heilige Gral der mobilen Bildbearbeitung.
Hier seht ihr, was so ein bisschen Nachbearbeitung aus euren Fotos rausholen kann:

FoodPhotography_Bildbearbeitung

Last but not least, habe ich einen besonders wertvollen Tipp für euch: Lasst euch inspirieren! Wie wäre es zum Beispiel mit einer Pinterest-Pinnwand um alle die schönen Bilder zu sammeln? Hier geht’s übrigens zu meiner „Food Photography“- Pinnwand. Ihr seht – Inspiration ist alles! Happy Shooting!

Falls mein kleiner Einblick in die hohe Kunst der Food Photography gefallen hat, dann schaut doch gerne auf meinen Blog, auf Instagram oder Facebook vorbei.